In der Nacht zu Freitag wird die Wasserversorgung in Urfeld unterbrochen. (Symbolbild)
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Mittelstetten baut einen Hochbehälter fürs Trinkwasser.

Mittelstetten

Ein Becken im Boden wird das künftige Trinkwasser-Reservoir

Im Ortsteil Längenmoos entsteht in den nächsten Jahren ein Bauwerk, von dem die Trinkwasserversorgung vieler tausend Menschen abhängt. Doch der geplante Hochbehälter wird kein Wasserturm, sondern ein fast gänzlich im Boden versenktes Becken.

Mittelstetten – Die Adelburg-Gruppe aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, die vier Gemeinden im Brucker Nordwesten ganz und andere zu einem Teil mitversorgt, hat sich entschlossen, den sanierungsbedürftigen Hochbehälter, der mehr als vier Jahrzehnte seinen Dienst versah, nicht mehr nachzurüsten, sondern nebenan einen neuen zu bauen. Der Standort ist alternativlos. Die Kuppe hinter Längenmoos ist der höchste Punkt im gesamten Versorgungsgebiet, zu dem auch Dachauer Gemeinden zählen. Von hier aus muss das heraufgepumpte Wasser nur noch runterfließen.

Mit dem Aushub an der Baustelle wurde im Herbst begonnen. Demnächst wird die Bodenplatte gegossen. Die Bauarbeiten dürften bis Mitte 2023 dauern. Das neue Reservoir hat ein Fassungsvermögen von 6000 Kubikmetern und damit anderthalb Mal so viel wie der Vorgängerbau. Mit dessen Kapazität konnte es an heißen Sommertagen schon mal „eng werden“, wie Adelburg-Geschäftsleiter Marcus Bitzl verrät.

Die Kosten werden auf knapp 3,4 Millionen Euro geschätzt. Mit dem neuen, fünften Brunnen, den der Zweckverband im Eurasburger Forst schlägt, stehen Investitionen von fast fünf Millionen Euro an. Finanziert werden sie durch nach und nach aufgenommene Kredite, die Abschreibung läuft über 40 Jahre. Auf den Wasserpreis haben die Projekte zunächst keine Auswirkungen, neu kalkuliert wird erst 2022. Drastische Gebührenerhöhungen seien aber ausgeschlossen, heißt es.

Die Adelburg-Gruppe

Die Adelburg-Gruppe entstand 1962, als sich Adelzhausen und Burg zur Wasserversorgung zusammentaten. Mit der Zeit wuchs das Versorgungsgebiet, heute zählt der Verband 15 Mitgliedskommunen in drei Landkreisen plus ebensoviele „Wassergäste“, also Kommunen, die ihr eigenes Leitungsnetz unterhalten, aber mit Wasser ganz oder zusätzlich von den Adelburgern versorgt werden.

Hattenhofen und Mittel-stetten sind Voll-Mitglieder, Althegnenberg ist Gast. Ein Sonderfall ist Egenhofen: Mit dem Ortsteil Weyhern ist es aus historischen Gründen Mitglied, ein weiterer Teil der Gemeinde wird direkt vom Zweckverband beliefert, andere Ortsteile bekommen ihr Nass über die Schweinbach-Gruppe, die aber als „Gast“ ebenfalls einen Teil ihres Wassers aus den Brunnen bei Landmannsdorf und Eurasburg (und über den Umweg über Längenmoos) bezieht.

Auch dank der neuen Brunnen im Wald hat das Adelburg-Wasser keine Nitratprobleme und muss nicht aufbereitet werden. Der als kommunaler Eigenbetrieb geführte Wasserversorger unterhält ein Rohrnetz von 350 Kilometern Länge und liefert jährlich rund 2,2 Millionen Kubikmeter. Der Zweckverband arbeitet nicht gewinnorientiert, ist aber nach den Worten Bitzls finanziell gesund. Noch vor Mittelstetten schloss sich 1972 als erste Brucker Gemeinde das damals noch selbstständige Tegernbach den Nachbarn an. Die Mittelstettener selbst gaben ihren eigenen Brunnen nahe der Oberdorfer Straße mit seinem eisenhaltigen Wasser erst später auf. (OLF PASCHEN)

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