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Abstand zum Rathaus: Andreas Spörl wurde nach nur einer Amtszeit als Bürgermeister abgewählt. Im Gemeinderat sitzt er aber noch. „Es ist eine gewisse Last von den Schultern gefallen“, sagt er. 

Interview mit dem Ex-Bürgermeister

„Ich habe Mittelstetten bestmöglich gedient“

Der Abend des 15. März war bitter für Andreas Spörl. Er wurde als Bürgermeister abgewählt – nach nur sechs Jahren. 

Mittelstetten – Trotzdem blickt er zufrieden zurück und optimistisch in seine Zukunft, auch in seine kommunalpolitische.

Herr Spörl, haben Sie sich erholt von Ihrer Wahlniederlage?

Natürlich war es am Anfang eine Enttäuschung. Aber es gilt jetzt, das Beste daraus zu machen.

Wie fühlt es sich an, plötzlich einfaches Gemeinderatsmitglied zu sein?

Ich kann gut damit umgehen. Es ist eine gewisse Last von den Schultern gefallen, und ich empfinde jetzt eine gewisse Freiheit, auch bei der Wortwahl.

Sie werden in Zukunft kein Blatt vor den Mund nehmen?

Ich werde mit Sicherheit meine Meinung deutlicher kundtun. Die Bürgermeister haben auch das Anrecht auf eine ehrliche Meinung der Gemeinderatsmitglieder, auch wenn sie ab und zu unbequem sein sollte.

Sehen Sie Ihre Rolle eher zurückhaltend oder eher als Ratgeber?

Nachdem mein Nachfolger plakativ mit der Parole „Der Franz, der kann’s“ geworben hat, wohl eher Ersteres. Ich glaube allerdings, dass ich mit meiner Erfahrung der letzten sechs Jahre manches eher oder im Detail besser verstehe als jemand, der die Amtsgeschäfte nicht so mitbekommen hat. Ich werde, wenn er auf meinen Rat Wert legt, aber nicht damit sparen.

Hat Ihr Nachfolger Sie schon um Rat gefragt?

Ja, hinsichtlich der Ertüchtigungsbeiträge für die Kläranlagen-Sanierung. Ich soll das weiterführen. Ob ich das zeitlich hin bekomme, steht aber noch nicht fest.

Wie fanden Sie die erste Sitzung unter Franz Ostermeier?

Gewöhnungsbedürftig. Ich habe ein paar Mal in mich hinein schmunzeln müssen, einiges hätte ich anders formuliert. Aber im Ganzen hat er eine gute konstituierende Sitzung hingelegt. Es waren in erster Linie ja auch Formalien.

Waren Ihre sechs Jahre eine gute Zeit für Mittelstetten?

Ich denke, der Bürgermeister Spörl hat der Gemeinde mehr genutzt als gekostet. Aber die Früchte meiner Arbeit hängen sozusagen noch im Reifeprozess am Baum. Allein bei den Flächen für Wohnbauland sehe ich deutliche Vorteile, die ich für die Gemeinde rausgeholt habe. Eines der dicksten Bretter war der Rathaus-Neubau. Flüchtlinge unterzubringen war eine moralische Verpflichtung.

Einige dieser Aufgaben haben Sie übernommen. Ihre eigene Idee war das Gewerbegebiet.

Da habe ich nicht nur für mich gesprochen. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass eine Gemeinde mit einem soliden finanziellen Polster besser gestellt ist als ohne. Mit höheren Einkommensteuern kann man nicht unbedingt rechnen, Gebühren sind auch nicht beliebig erhöhbar. Was bleibt, ist die langfristige Einnahmequelle Gewerbesteuer.

Würden Sie so ein Projekt wieder mit der gleichen Vehemenz verfolgen?

Das Gewerbegebiet ist wegen mehrerer Punkte gescheitert. Eventuell war es die Größe, eventuell die Lage, beim einen oder anderen vielleicht die persönliche Befindlichkeit wegen des Grundeigentümers. Aber die Wünsche eines Privatmannes haben keine Rolle gespielt. Wenn man Flächen bekommt, die verkehrsgünstig liegen, ist es egal, wem sie gehören. Und bei einem vernünftigen Preis bin ich jemand, der zugreift.

Sind Sie stolz auf Ihre Amtszeit?

Stolz ist das falsche Wort. Ich bin zufrieden mit meiner Arbeit. Ich habe der Gemeinde bestmöglich genutzt und gedient.

Eine Mehrheit der Bürger scheint das anders gesehen zu haben. Warum?

Das müssen Sie die Bürger fragen. Mein Ergebnis ist ja auch nicht unter aller Kanone gewesen. Offenbar trauen die Mittelstettener aber Franz Ostermeier mehr zu oder fühlen sich besser aufgehoben bei ihm. Aber was letztendlich für das Kreuzerl entscheidend war – wer weiß?

Wie geht es jetzt beruflich bei Ihnen weiter?

Ich schaue, dass ich meine Firma wieder zum Laufen bringe und blicke zuversichtlich in die Zukunft.

Hat das Geschäft die ganze Zeit geruht?

Als Bürgermeister wie ich verbringt man keine 20, sondern 40 bis 50 Stunden die Woche im Amt. Da bleibt wenig Platz für anderes.

Sie bieten immer noch Abrechnungsberatungen für Zahnärzte?

Ganz genau. Die Zukunft wird auf jeden Fall positiv. Ich bin Optimist.

Sind Sie auch Optimist, was Ihre politische Zukunft anbelangt?

Ich bin und bleibe ein politischer Mensch. Aber der Zeitpunkt ist noch nicht gekommen, um sich da zu positionieren. Ich lasse es mir für die Zukunft offen.

Ein Comeback-Versuch ist nicht ausgeschlossen?

Ausgeschlossen nicht, aber unwahrscheinlich. Zumindest das Amt eines ehrenamtlichen Bürgermeisters kommt definitiv nicht mehr in Frage. Verantwortung, Zeitaufwand und Vergütung stehen in keinem Verhältnis. Und Bürgermeister nur von dienstags bis donnerstags zu sein, wird den Anforderungen nicht mehr gerecht. Althegnenberg hat ja bewiesen, dass sich auch eine kleine Gemeinde einen hauptamtlichen Bürgermeister leisten kann.

Würden Sie als Hauptamtlicher wieder kandidieren?

Der Zeitpunkt, darüber nachzudenken, ist noch nicht gekommen.

Sie haben Ihren Hauptwohnsitz in Jesenwang. Kommen Sie eigentlich noch oft nach Mittelstetten?

Ich habe nichtsdestotrotz meinen zweiten Wohnsitz in Mittelstetten. Das ist ausreichend, um sich genügend über das Geschehen im Ort zu informieren. Es ist kein Exil, momentan gibt es einfach die entsprechende Immobilie nicht, die mir zusagen würde. Aber ich denke, der Abstand tut auch gut. (op)

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