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Lange Wartezeiten, zu wenig oder zu schlechte Kommunikation: Ein Asylhelfer aus Mittelstetten beklagt, vom Landratsamt allein gelassen zu werden.

Probleme mit Ausländeramt 

Asylhelfer beklagt, vom Landratsamt allein gelassen zu werden

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Lange Wartezeiten, zu wenig oder zu schlechte Kommunikation: Ein Asylhelfer aus Mittelstetten beklagt, vom Landratsamt allein gelassen zu werden. In der Kreisbehörde verweist man auf die schwierige Situation und verspricht: Alles wird stetig verbessert.

Mittelstetten  Seit ein paar Monaten schon komme es immer wieder zu Konflikten, sagt Ulrich Waldbach vom Mittelstettener Helferkreis. So habe er einmal die Antwort bekommen, dass sein Anliegen drei Wochen liegen bleiben werde, ein andermal habe er gar keine Antwort auf eine Bitte erhalten und zuletzt eine unverschämte.

Beispiel: Ein Asylbewerber-Kind musste aktuell zum Zahnarzt, die Lehrerin, die sich darum kümmerte, musste in der Praxis 18 Euro für Antibiotika auslegen. Sie fragte dann im Amt, wie sie das Geld zurückbekommen könne und erhielt als Antwort eine Gegenfrage: Warum der Vater des Kindes vorher keinen Krankenschein besorgt habe.

Waldbach berichtet außerdem von häufigen Schneiderfahrten nach Bruck, weil er im Ausländeramt keinen Termin bekomme oder keinen Ansprechpartner finde. Sehr geärgert hat sich Waldbach auch über das jähe Aus der Gespräche über seinen Vorstoß, Asylbewerber mit Bleiberecht besser auf ihr Leben als Mieter einer deutschen Wohnung vorzubereiten.

Ehrenamtliche ziehen sich zurück

Waldbach vermisst eine Strukturierung der Kommunikation und befürchtet, dass es an der Führung liegt. „Wenn alle Helferkreise strukturiert wären, könnte sich der Landrat zurücklehnen.“ Insgesamt berichtet Waldbach von einem Rückgang der Anzahl der Helfer – nicht nur in Mittelstetten, sondern im ganzen Landkreis. Einige davon hätten keine Lust mehr gehabt, sich den ganzen Zirkus anzutun.

Im Landratsamt verweist man auf die regelmäßigen Runden mit den Objektbetreuern der Unterkünfte und betont, dass es im neuen Ausländeramt ja eine Anlauf-Theke gebe, von wo aus die Abläufe kanalisiert werden. Außerdem gebe es immer wieder Treffen mit den Verantwortlichen des Ausländeramts. Eine Sprecherin der Kreisbehörde räumt aber auch ein, dass es Rückstände gebe, was auch an der Personalknappheit liege, beziehungsweise an Personalfluktuationen. Insgesamt gilt die Arbeit am und mit dem sehr komplizierten Ausländerrecht als sehr aufwändig. Dazu kommt die Sprachbarriere im Umgang mit Geflüchteten. 

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