Standort Muthilostraße am Ende der Wohnbebauung, Blick nach Norden: Auf dieser Wiese soll das neue Baugebiet „Am Anger“ entstehen. Problem ist aber, dass im Osten die Hofstelle eines Nebenerwerbslandwirts angrenzt, im Westen nutzt der Mann Flächen als Weide.
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Standort Muthilostraße am Ende der Wohnbebauung, Blick nach Norden: Auf dieser Wiese soll das neue Baugebiet „Am Anger“ entstehen. Problem ist aber, dass im Osten die Hofstelle eines Nebenerwerbslandwirts angrenzt, im Westen nutzt der Mann Flächen als Weide.

Nachbar fürchtet um seine Existenz

Aufregung um Baupläne für eine Wiese in Mittelstetten

Das neue Baugebiet in Mittelstetten ist nach wie vor der Aufreger im Dorf. Nach einem offenen Brief gegen Bürgermeister Andreas Spörl (CSU) legt nun der Rathauschef seine Sicht der Dinge dar. Er betont, dass ein betroffener Nachbar sehr wohl in die Planungen einbezogen worden sei.

Mittelstetten– Bei der Diskussion um das neue Baugebiet „Am Anger“ geht es vor allem um die Frage, inwieweit der Nachbar des Areals in die Planung eingebunden worden ist. Der Nebenerwerbslandwirt fürchtet nämlich um die Existenz seiner Landwirtschaft. Dazu hat nun Bürgermeister Spörl seine Sicht klargestellt. Am Ende der Gemeinderatssitzung verlas der Rathauschef eine Stellungnahme, in der er auf die Vorgespräche mit dem Rinderhalter eingeht. Er habe ihm angeboten, „an der Entwicklung des Gebietes teilhaben zu können“. Und er habe dem Bürger auch einen Grundstückskauf oder einen Flächentausch angeboten – wenngleich ihm ein offizielles Mandat für Grundstücksverhandlungen noch fehlte.

Der Landwirt, dem außer der östlich der geplanten Siedlung gelegenen Hofstelle auch ein als Weide genutzter Streifen westlich davon gehört, habe einen Verkauf kategorisch abgelehnt. Einem Flächentausch mit gemeindlichem Grund, so Spörls Darstellung, wäre der Nachbar nur näher getreten, wenn er „ein Vielfaches“ seines eigenen Besitzes erhalten hätte.

Die Gemeinde ging auf den Landwirt zu

Der Bürgermeister bezieht sich auch auf einen „offenen Brief“ von Werner Fischer, Initiator des Bürgerentscheids gegen ein Gewerbegebiet. Der hatte sinngemäß unterstellt, dass Spörl und der CSU-Gemeinderatsmehrheit die Profitmaximierung durch den Verkauf von Baugrund wichtiger sei als der Erhalt eines der letzten landwirtschaftlichen Betriebe im Hauptort.

Der Landwirt habe gemeindlichen Grund auf dem künftigen Baugebiet pachtzinsfrei als Weide nutzen können, hält Spörl dagegen. Auch die Ausweisung einer 20 Meter breiten Schutzzone zwischen Bebauung und Hofstelle zeige, dass die Gemeinde „auf eine Nebenbeschäftigung Rücksicht genommen hat“, so Spörl. Außerdem plane die Gemeinde nicht, möglichst viel Erlös zu zielen, sondern vergünstigtes Bauland für Einheimische zu schaffen. Eine zentrale Frage für die Zukunft bleibe jedoch: „Was ist wichtiger? Die Ausdehnung der hobbymäßigen Tierhaltung um eine Handvoll Wildschweine oder Bauflächen für Einheimische und Wohnraum für Senioren?“

Die Fronten sind verhärtet

Die von Fischer vermutete schnellstmögliche Bebauung verweist Spörl ins Reich der Legende. Trotz des beschleunigten Verfahrens für den Bebauungsplan habe die Gemeinde bei der Realisierung „keine Eile“. Dass sich die für die neue Wählergruppe WUG kandidierenden SPD-Ratsmitglieder „um 180 Grad“ gedreht hätten und trotz vorheriger Zustimmung das Grobkonzept für die neue Siedlung abgelehnt haben, könne er nicht nachvollziehen.

Zu Beginn der jüngsten Sitzung hatte sich der betroffene Landwirt, im Hauptberuf Polizeibeamter, noch einmal geäußert, bevor er den Saal verließ. Er habe einen Flächentausch im Verhältnis zwei zu eins zu seinen Gunsten vorgeschlagen. Andere Zahlen, die gerüchteweise in Mittelstetten kursierten, seien Stimmungsmache. Dem Bürgermeister warf er vor, sich in der Gemeinde nicht auszukennen. Andernfalls wüsste Spörl, dass sein westliches Grundstück seit 25 Jahren als Weide genutzt werde. „Sie haben außer einem Lageplan nie was gesehen“, sagte er zu Spörl. Laut Bürgermeister soll der Landwirt allerdings – über Dritte – noch vorher signalisiert haben, verhandlungsbereit zu sein.

von Olf Paschen

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