Mittelstetten arbeitet an einem Gemeinde-Entwicklungskonzept.

Mittelstetten beginnt mit Zukunftsplanung

Das in Mittelstetten geplante große Gemeindeentwicklungskonzept hat sich vielversprechend angelassen. Fast 100 Bürger wohnten der Auftaktveranstaltung im Gasthaus Post bei.

Mittelstetten– Wie kann die Landschaft (noch) attraktiver für die Freizeitnutzung werden, natürlich ohne in die Belange der Landwirtschaft einzugreifen? Wie können die Dorfzentren lebendiger werden, wo können neue Treffpunkte geschaffen werden? Wie wollen die Mittelstettener künftig wohnen? Welche Art von Mobilität außer der im eigenen Auto ist denkbar und wünschenswert? Diese und viele andere Fragen sollen in einem rund anderthalbjährigen Prozess diskutiert werden und – wo möglich – mit konkreten Projekten beantwortet werden.

Das Themen-Grundgerüst stammt noch aus dem ersten Seminar im Kloster Thierhaupten, bei dem sich 31 Gemeinderatsmitglieder und Bürger über die Zukunft Mittelstettens unterhalten hatten. Weitere Schwerpunkte sind aber jederzeit möglich. Man erhoffe sich Input aus der Bevölkerung, sagten die Vertreter des mit der Begleitung beauftragten Augsburger Planungsbüros Opla zu den Zuhörern: „Sie sind hier die Profis.“

Ein vierköpfiges Team von Geographinnen, Landschaftsarchitektinnen und Stadtplanerinnen unter der Leitung von Ilka Siebeneicher wird in den nächsten Monaten immer wieder vor Ort sein. Geplant sind Arbeitskreise, die in drei bis vier Sitzungen ihr jeweiliges Thema besprechen und eventuell noch einmal in einem ganztägigen Workshop vertiefen. Zur Veranschaulichung sollen Dorfspaziergänge dienen, bei denen die Mittelstettener die externen Experten auf die Besonderheiten ihrer Heimat hinweisen – und umgekehrt.

Stärken und Schwächen

Denn auch die Augsburger Gäste haben sich schon in der Gemeinde umgesehen und sind auf Stärken und Schwächen gestoßen. Zum Positiven gehören viele Ortsbilder mit „einfachen, klaren Häusern ohne viel Zierat“, „wunderschönen alten Dreiseithöfen“ und offenen Blickschneisen auf die Kirche. Auch idyllische Plätzchen wie rund um das Tegernbacher Feuerwehrhaus wurden genannt. „Vieles fällt Ihnen vielleicht gar nicht auf“, meinte eine der Referentinnen, die sich aus nicht näher erläuterten Gründen in Längenmoos „wie in der Toskana gefühlt“ hatte. Angesprochen wurden auch die abwechslungsreiche Landschaft mit schönen Ausblicken, das bunte Vereinsleben und die erstaunliche Gewerbedichte.

Aber auch die eine oder andere Schattenseite wurde erwähnt. Es gebe Dörfer, die den Maibaum-Standort sorgfältiger auswählten als Vogach, meinten die Gäste – was übrigens nicht widerspruchslos hingenommen wurde. Auch die Glonn könnte man „erlebbarer machen“ und Mittelstetten insgesamt als Ausflugsziel stärken.

Gefördert wird das Projekt durch das Amt für ländliche Entwicklung. Für die Gemeinde bleiben nur Kosten von knapp 20 000 Euro. Die heutigen Entwicklungshelfer waren zuletzt in den 1950er- und 1960er-Jahren bei der Flurbereinigung in Mittelstetten aktiv. Danach gab es zwei Anträge auf Dorferneuerung, die aber zurückgezogen oder abgelehnt wurden. Auch der letzte Anlauf im Jahr 2003 versandete. Ein solches Ende soll es dieses Mal nicht geben. „Zukunft ist das, was wir daraus machen“, sagte Bürgermeister Andreas Spörl. „Am besten, wir fangen gleich damit an.“ (op)

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