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Die Gemeinde hat ein Fremdwasser-Problem.

Mittelstetten

Neuer Kanal soll Problem mit Wasser-Stau lösen

 Die Gemeinde will das leidige Fremdwasser-Problem im Abwassersystem loswerden. Nun ist eine Lösung in Sicht: Es ist mindestens ein neuer Kanal geplant, wahrscheinlich kommt sogar ein zweiter hinzu.

Mittelstetten –Der Gemeinderat billigte jetzt ein vom Kollegen Hans Lais (CSU) in seiner Funktion als Ingenieur entwickeltes Konzept. Die Kosten belaufen sich auf zunächst 120 000 Euro, später kommen nochmals 60 000 Euro hinzu. Kern der Idee ist es, das Oberflächenwasser aus der Vogelsiedlung (Fasanen-, Meisen-, Amsel-, Schwalben-, Lerchen- und Finkenstraße) im Süden des Hauptortes aufzufangen, bevor es private Keller unter Wasser zu setzen droht.

Dass die dortigen Anwohner – unerlaubterweise – das hochsteigende Grundwasser in den Kanal pumpen, gilt als Hauptgrund für den immer noch hohen Anteil sauberen Wassers, der in der Kläranlage ankommt. Trotz der teuren Sanierung des Hauptkanals und der Abdichtung einiger Hausanschlüsse sind immer noch 35 (von ehemals 99) Schadstellen identifiziert, an denen Einträge sauberen Wassers freie Bahn haben.

Der Anteil sauberen Wassers, der im Klärwerk ankommt, beträgt nach der letzten Messung immer noch 47 Prozent. Theoretisch müsste er bei Null liegen. Das zuständige Wasserwirtschaftsamt will zunächst aber auch eine Quote von 25 Prozent dulden.

Ingenieur Lais plant nun, einen alten Regenwasserkanal in der Muthilostraße – der teilweise auf Privatgrund verläuft, ohne dass irgendeine Berechtigung dafür bekannt ist – durch eine tiefer gelegte Leitung zu ersetzen. Die würde, so die Hoffnung, auch einiges von dem Drainagewasser aufnehmen, das bisher unter dem alten Rohr durchsickert.

Wie bisher würde das aufgefangene Wasser in den nahen Weiher abgeleitet. Und von dort weiter in die Glonn.

Sollte dieses Modell funktionieren, würde ein wirklicher Neubau folgen: ein Stück Kanal westlich der Lerchenstraße für mögliche Anschlüsse der dortigen Anwohner. Dafür bräuchte es allerdings noch die Erlaubnis zweier Eigentümer.

Diese Mischkonstruktion soll auch vom Wasserwirtschaftsamt als einzige technisch mögliche Lösung akzeptiert worden sein, hieß es. Man schaffe für die Grundeigentümer die Möglichkeit, ihr Fremdwasser nicht mehr in den Kanal pumpen zu müssen, sagte Bürgermeister Andreas Spörl (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Davon profitiere die ganze Gemeinde Mittelstetten.(op)

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