Bürgerversammlung

Mittelstetten will Firmen anlocken

In Mittelstetten stehen viele große Projekte an. In der Bürgerversammlung ging es um das angedachte Gewerbegebiet, den Radweg durch den Ort und die Ortsdurchfahrt Oberdorf.

Mitttelstetten – Eine Bürgerversammlung besteht gewöhnlich aus zwei Teilen: Zuerst berichtet der Rathauschef, dann haben die Zuhörer Gelegenheit zu Fragen und Kritik – und selten auch zu Lob. Bürgermeister Andreas Spörl (CSU) kürzte diese Prozedur jetzt drastisch ab. Nach seiner einstündigen Rede lud er die Bürger an einen Tisch nach vorne ein, wo die „geballte Kompetenz“ (er selbst, Gemeinderäte und Vertreter der Verwaltungsgemeinschaft/VG Mammendorf) Rede und Antwort standen. Nur „wichtige Fragen“ von allgemeinem Interesse sollten vor der ganzen Versammlung erörtert werden. Drei Bürger meldeten sich zu Wort.

Der erste Fragesteller wollte den relativ neuen Geschäftsleiter der VG kennenlernen. Bernhard Frank (44), aufgewachsen in Althegnenberg und immer noch mit einem „Herz für den westlichen Landkreis“ ausgestattet, stellte sich wie schon im Vorjahr kurz vor.

Wie der Radlweg durch Mittelstetten aussehen werde, wollte ein zweiter Bürger wissen. Im Ort selbst stehe nur die Straße zur Verfügung, er könne ja ein Foto von der Ortsmitte schicken, spottete Spörl. Um dann hinzuzufügen, dass der weitere Verlauf Richtung B 2 an der Kreisstraße in der „Planungshoheit des Landkreises“ liege und vom Grunderwerb abhängig sei.

Dem kurz zuvor vom Gemeinderat beschlossenen Ausbau der Ortsdurchfahrt Oberdorf galt die letzte öffentliche Frage. Die Kosten werden im so genannten Außenbereich nicht auf die Grundeigentümer umgelegt. Der Termin soll mit der Firma abgesprochen werden, die mit dem Breitbandausbau im Ortsteil beauftragt ist.

In seinem Bericht hatte der Bürgermeister schwierige Themen umschifft. Zum möglichen Gewerbegebiet nahe der Bundesstraße könne er wegen laufender Grundstücksverhandlungen nichts sagen. Grundsätzlich sollte die Gemeinde aber nicht nur expansionswilligen heimischen Betrieben, sondern auch Neuansiedlern eine Zukunft bieten.

„Billig wird es nicht“, meinte Spörl zur Kläranlagen-Nachrüstung. Und in der Frage der Kanalsanierung in der „Vogelsiedlung“ mit den zahlreichen Fremdwasser-Einträgen arbeite er an einer Lösung. Ausführlicher beleuchtete Spörl andere Themen. Neuer Sitzungssaal und neue Gemeindekanzlei sollen im Juni bezugsfertig sein, die offizielle Einweihung ist für September geplant. Er freue sich auch darauf, wieder ohne Presslufthammer im Hintergrund arbeiten zu können.

Die Zahl der Asylhelfer hat stark abgenommen, aber von den 35 Flüchtlingen (darunter 13 Kinder unter 16 Jahren) sind elf als asylberechtigt anerkannt. Bisher konnte allerdings nur eine Wohnung – in Oberschweinbach – vermittelt werden.

Ein Ärgernis sind für den Bürgermeister schließlich die Fremdanlieferer mit Aichacher Autonummer am Wertstoffhof. Er rief die Bürger auf, „Zivilcourage zu zeigen“ und die auswärtigen Entsorger zur Rede zu stellen oder das Kennzeichen zu notieren.

von Olf Paschen

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