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Mit einem Bürgerbegehren wollen mehrere Mittelstettener um den Unternehmer Werner Fischer ein Gewerbegebiet nahe der Bundesstraße 2 verhindern.

Pläne vorgestellt 

Gut 200 Mittelstettener strömen zur neuen Bürgerinitiative

Die neue Bürgerinitiative, die bei Entscheidungen über die Zukunft Mittelstettens mitreden will, hat reges Interesse gefunden. Gut 200 Besucher kamen zum Gründungstreffen.

Mittelstetten – Am Mittwochabend erläuterten Initiator Werner Fischer und seine Mitstreiter im Gasthof zur Post die Ziele der neuen Interessengemeinschaft. Vorn an steht der Kampf gegen ein Gewerbegebiet, das aber durch den Bürgerentscheid am 22. Juli auf Eis gelegt werden könnte. Ferner wollen die Bürger Aufklärung über die Kostensteigerungen beim Neubau der Gemeindekanzlei und weiter prüfen lassen, ob die Kosten für Kanalnetz- und Klärwerkssanierung im geplanten Umfang auch auf die „Altanschließer“ umgelegt werden können.

Ein weiteres Thema ist der Radweg zur Bundesstraße, der nach bisheriger Planung entlang der Kreisstraße führen würde. Fischers Meinung, dass man nicht ohne Not eine Allee opfern dürfe, schien großen Anklang zu finden.

Mittelstettens Bürgerinitiative will ein Leitbild entwickeln

Außer viele wichtige Entscheidungen des Gemeinderats der vergangenen Jahre in Frage zu stellen will die BI auch zukunftsorientiert arbeiten. SPD-Gemeinderätin Evelyn Dürrmeier und der auch als Asylhelfer bekannte Uli Waldbach sollen einen Arbeitskreis zur Ortsentwicklung einberufen. Idealerweise würde dieser ein Leitbild entwickeln, wohin es mit Mittelstetten gehen soll. Wie und wo man in Zukunft wohnen wolle, welche zusätzliche Infrastruktur es im Ort brauche, auch welche „schönen Fleckchen“ auf Gemeindegebiet man vielleicht besonders schützen müsste, nannte Dürrmeier unter anderen als mögliche Themen. Dass sie als Gemeinderätin zu den Mitinitiatoren gehört, erklärte sie so: „Über tiefgreifende Veränderungen entscheiden nur einige Wenige – und die sind sich nicht mal einig.“

Bürgerinitiative will die Mittelstettener vertreten und informieren

Bei der Ortsentwicklung soll ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat gesucht werden und nicht nur bei diesem Thema. Die Bürgerinitiative sei zwar notwendig, weil man sich durch die örtlichen Politiker nicht mehr ausreichend vertreten und schlecht informiert fühle, sagte Fischer: „Wir wollen sicherstellen, dass ohne Bürgerinitiative und Bürger nichts mehr passiert.“ Andererseits sei man an einer „einvernehmlichen Zusammenarbeit“ interessiert – ohne die Emotionen der jüngsten Zeit, von denen auch er nicht frei gewesen sei.

Bürgermeister Andreas Spörl (CSU) griff kaum in die Diskussion ein, legte aber zum Beispiel Wert darauf, dass auch die Einschätzung der Kommunalaufsicht zum gemeindlichen Vorgehen bei der Klärwerkssanierung genannt werde: fachlich und mit dem geplanten Finanzierungsmodell über Verbesserungsbeiträge nicht zu beanstanden. Auf alle Fragen, etwa zum vorgesehenen Ausbau der Abwasseranlage auf 2400 Einwohner, gehe das Landratsamt eben nicht ein, entgegnete Fischer.

In der Mittelstettener gibt es keine Hierarchie und keine Regeln

Anton Dosch warf dem Ingenieur Fischer mit eigenem Büro in Bergkirchen (Landkreis Dachau) vor, dort in einem Gewerbegebiet zu arbeiten. „Und jetzt will er hier Rabatz machen.“ Eine Ortsentwicklungsplanung hätte es außerdem früher, etwa für das Baugebiet am Katzenbach, auch nicht gebraucht: „Das hat der Presser gemacht.“ Der angesprochene Alt-Bürgermeister Ernst Presser erinnerte seinen „lieben Freund Dosch“ daran, dass nicht er allein dafür verantwortlich war und es gegen Bauland für junge Mittelstettener im Gemeinderat eben auch keine Bedenken gegeben habe.

Die neue Bürgerinitiative ist ausdrücklich kein Verein, bedarf von daher keines Vorstands und keiner Satzung. Es gebe „keine Hierarchie und keine Regeln“, sagte Fischer. Jeder dürfe mitmachen, keine Meinung werde unterdrückt. Geplant sind regelmäßige Treffen mindestens alle drei Monate, außerdem soll eine Website eingerichtet werden.

von Olf Paschen

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