Michael Würth war Pfarrer für Mittelstetten, Baindlkirch und Ried. T b-Foto

Nachruf

Mittelstettens Pfarrer mit nur 46 Jahren gestorben

Noch bis vor einigen Wochen las er täglich die Messe und ließ sich die Schwere seiner Krankheit zumindest nicht anmerken. Erst ganz zuletzt konnte er einfach nicht mehr. 

Mittelstetten – Am vergangenen Samstag ist Mittelstettens Pfarrer Michael Würth im Alter von erst 46 Jahren im Krankenhaus in Augsburg gestorben.

Würth war 15 Jahre lang Seelsorger für die Katholiken in Mittelstetten und den beiden Nachbarpfarreien Baindlkirch und Ried im Kreis Aichach-Friedberg. Unter seiner Leitung wurden sie zu einer nicht nur verordneten, sondern auch lebenden Pfarrgemeinschaft mit gemeinsamen Bibelkreisen, Gottesdiensten und Wallfahrten.

Michael Würth war keiner von den Geistlichen, die in der Freizeit in Jeans und T-Shirt auftreten oder sich im Wirtshaus unter die Leute mischen. Er war aber ein umgänglicher Mensch, dem sein Herrgott auch eine gute Portion Humor mitgegeben hatte. Von „gelebter Herzlichkeit“ spricht Mittelstettens Bürgermeister Andreas Spörl, der dem Pfarrer auch freundschaftlich verbunden war. Und Würth war ein umtriebiger Mann, was angesichts seiner Aufgaben in drei Pfarreien auch nicht anders möglich war.

Wenn er gestresst war, ließ er es jedenfalls nicht heraushängen. Nur seine sportliche Fahrweise verriet manchmal den übervollen Terminkalender. Der umgängliche Mensch konnte aber auch streitbar sein. „Seinen Glauben hat er sehr vertreten, da hat er wenig Spielraum zugelassen,“ sagt Kirchenpfleger Leonhard Bachmeir. In liturgischen Dingen war Würth Traditionalist, las Messen in lateinischer Sprache, trug Messgewänder von anno dazumal, hatte ein Auge darauf, dass alte Kelche und Monstranzen in Schuss gehalten oder restauriert wurden. „Konservativ, aber nicht altmodisch“, so beschreibt der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Wolfgang Anzenhofer seinen Geistlichen.

Beim Pilgergang nach Andechs im Mai vergangenen Jahres erzählte der Pfarrer erstmals von Bauchschmerzen und einem bevorstehenden Arzttermin. Es folgte eine niederschmetternde Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zwei Chemo-Therapien halfen nichts. Vermutlich half ihm aber sein Glaube, dieses Schicksal mit bewundernswerter Kraft und Disziplin zu tragen.

Das Requiem für Michael Würth findet am heutigen Donnerstag um 10 Uhr in St. Martin in Baindlkirch statt. Anschließend wird er dort im alten Priestergrab beigesetzt. (op)

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