Jetzt wird geböllert: Die Mitglieder der Böllerschützen Tegernbach haben sich individuell angefertigte Hand- und Schaftböller gekauft. Foto: tb

Veranstaltung am 27. Mai 

Tegernbacher Böllerschützen feiern ihr Gründungsfest

 500 Jahre bayerisches Reinheitsgebot ist 2016 mit Schützenvereinen aus ganz Bayern auf Schloss Kaltenberg gefeiert worden.

Tegernbach Mit dabei war auch der Verein Burgfrieden Tegernbach (Gemeinde Mittelstetten). Die Mitglieder waren so beeindruckt von den Böllerschützen und deren Kanonen, dass sie noch an Ort und Stelle beschlossen: Wir gründen eine eigene Abteilung, die Böllerschützen Tegernbach.

Üben, üben, üben – und eine eigeneKanone bauen

„Der Wille wurde auf der Rückseite einer Speisekarte festgehalten“, erzählt Andreas Spörl, Schützenmeister und zugleich Bürgermeister Mittelstettens. „Zur Krönung setzte auch Prinz Luitpold von Bayern seine Unterschrift als Schirmherr unter das von 15 Vereinsmitgliedern unterzeichnete Dokument.“

Jetzt ist es soweit: Am Sonntag, 27. Mai, feiern die Tegernbacher ihr Gründungsfest, zu dem sich über 100 Böllerschützen angemeldet haben. Ehrensache, dass auch Prinz Luitpold dabei ist. Das Fest findet in der Halle der Familie Helgemeir am Weiherweg in Tegernbach statt. Ab 10.30 Uhr ist Festgottesdienst, ab 13.30 Uhr Festumzug, ab 14.30 Uhr Böllerschießen. Insgesamt werden rund 500 Gäste erwartet.

Seit der Willensbekundung auf der Rückseite der Speisekarte hat sich viel getan. 2017 wurden in der Gründungsversammlung alle Weichen gestellt, um die auf 23 Böllerbegeisterte angewachsene Gruppe zu organisieren. Schnell war klar, dass neben den theoretischen Notwendigkeiten in Form des Erlaubnisscheins nach Paragraf 27 des Sprengstoffgesetzes auch die Praxis nicht zu kurz kommen sollte. So erwarben die Schützen ihre Hand- und Schaftböller.

Und dann ließen die Tegernbacher keine Gelegenheit aus, um zu üben: Neujahrsböllern, Hochzeitsböllern, Probeböllern. Etliche Kilo Pulver wurden verschossen, bis das „schnelle Reihenfeuer“, der „Reißverschluss“ und der „Salut“ den Vorstellungen des Böllermeisters Markus Foigtmannsberger entsprachen. Zugleich machten sich die Tegernbacher daran, eine eigene Kanone zu bauen: nach einem Originalplan einer königlich bayerischen Infanterielafette von 1838. In drei Werkstätten, der Wagnerei von Xaver Loder, der Schmiede von Thomas Kernle (beide in Tegernbach) und bei Maschinenbau Konrad Hermann in Dirlesried entstand in hunderten Stunden Handarbeit ein Prachtstück von Kanone mit einem stattlichen 70er-Kaliber. Wie es der Brauch ist, soll die Kanone im Rahmen des Festes eingeweiht werden.

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