Verstopfte oder vermüllte Gullydeckel können bei Starkregen zu Überschwemmungen führen.
+
Verstopfte oder vermüllte Gullydeckel können bei Starkregen zu Überschwemmungen führen.

Mittelstetten

Temposünder und vollgelaufene Gullys ärgern Mittelstettener

Erstmals seit zwei Jahren haben einige Mittelstettener wieder eine Bürgerversammlung erlebt. Knapp 80 Gemeindebürger – viel mehr wären wegen der Corona-Auflagen nicht zugelassen gewesen – folgten dem sehr ausführlichen ersten Rechenschaftsbericht des (gar nicht mehr so) neuen Rathauschefs Franz Ostermeier. Größeren Gesprächsbedarf gab es anschließend nicht.

Mittelstetten – Aus der Bürgerschaft wurden einige nach Wolkenbrüchen vollgelaufene Gullys in den Ortsteilen angesprochen, die – wie ein Redner aus Oberdorf meinte – schon „fünf Jahre nicht mehr gereinigt“ worden seien. Mit zunehmendem Starkregen werde man leben müssen, meinte der Bürgermeister. Normalerweise kümmere sich freilich der Bauhof zweimal jährlich um die Schächte. Und „nichts gegen unsere Landwirte“, so Ostermeier weiter, aber nach der Heuernte seien die Straßen voll von Stroh gewesen, das dann irgendwann die Abflüsse verstopfe.

Raser in Oberdorf

Raser in Oberdorf, wohl besonders Busse und Laster, waren ein anderes Thema. Er könne mit dem Bus-Unternehmer reden, aber nicht den Schwerverkehr bremsen, meinte der Rathauschef. Und Verkehrsberuhigung müsse man finanzieren können: „Eine kleine Verkehrsinsel kostet 100 000 Euro, eine große 300 000.“ Langsamer, aber immer noch zu schnell wird nach Meinung eines Anwohners in der sogenannten Vogelsiedlung im Mittelstettener Süden gefahren. Dort gilt seit einiger Zeit flächendeckend Tempo 30. Ostermeier fragte ironisch nach, ob er Tempo 10 verordnen solle. Von diesen Temposündern seien 90 Prozent Anwohner, mit denen man halt reden müsse. „Die sind beratungsresistent“, meinte hingegen ein Zwischenrufer.

Immer wieder Corona

In seinem Bericht hatte der Bürgermeister viele Themen angesprochen, wobei fast immer das Virus eine Rolle spielte. So die plötzlich verordnete digitale (Grund-)Schule: „Was das Kultusministerium über Jahre versäumt hat, dürfen jetzt die Kommunen ausbaden.“ Und viel zu vieles – System-Administration, Wartung, Ersatzbeschaffung – sei noch ungeklärt. Im Kindergarten konnten die Erzieherinnen dagegen auch eigene Corona-Notpläne umsetzen, etwa den dreigeteilten Garten: An einem Tag durfte eine Gruppe schaukeln, am nächsten auf die Rutsche, am dritten war Klettern möglich.

Zudem sprach Ostermeier das Gemeindeentwicklungskonzept an, bei dem ein Zwischenergebnis vorliegt, mit dem sich zunächst der Gemeinderat bei einer Klausurtagung beschäftigt, bevor es den Bürgern vorgestellt wird. Für den Radweg entlang der B 2 sind jetzt auf Mittelstettener Seite zwei Tausch-Grundstücke in Gemeindehand. Demnächst ist eine gemeinsame Versammlung mit jenen Eigentümern in Hattenhofen geplant, von denen noch Grund gebraucht wird.

Allmählich scheint sich das Leben zu normalisieren: Vereine werden langsam wieder aktiv. So gab es bei den Grashoppers das Fußball-Duell der Verheirateten gegen die Ledigen. Mit ihm als Spieler wäre es anders ausgegangen als 1:2, war sich Ostermeier sicher. Das Endergebnis der Partie „Bauwagen Mittelstetten“ gegen „Bauwagen Diepoltshofen“ nannte der Bürgermeister lieber nicht.  op

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare