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Verfahren abgeschlossen – Über 60 Ideen zur Dorfentwicklung

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Kanalartige Fließgewässer: ein Kritikpunkt.
Kanalartige Fließgewässer: ein Kritikpunkt. © Weber

Die Mittelstettener sind jetzt auch offiziell darüber informiert, wie sich ihre Heimat verändern soll. Rund 50 Zuhörer im Gasthof Post folgten der Präsentation des neuen Gemeindeentwicklungskonzeptes durch das Planungsbüro Opla, das die Ausarbeitung begleitet hatte. Eine größere Debatte gab es nicht.

Mittelstetten – Ilka Siebeneicher von Opla erinnerte eingangs an einen nicht immer einfachen Arbeitsprozess in mitunter zehn, zuletzt wieder vier Gruppen. Wegen Corona konnte vieles nur online diskutiert werden. Einige Bürger, die anfangs dabei waren, zogen sich enttäuscht zurück. Von einem gelegentlich „durchwachsenen Feedback“ sprach die Projektleiterin. Bürgermeister Franz Ostermeier räumte ein, „dass Opla es nicht immer leicht mit uns gehabt hat“. Das Resultat könne sich aber sehen lassen.

Viele der vorgeschlagenen Maßnahmen waren bekannt. Doch die wenigsten hatten vom Vitalitäts-Check gehört, dem die Gemeinde unterzogen worden war. Mittelstetten mit seiner amorphen Siedlungsstruktur – geschwungene Straßen, wechselnde Gebäuderichtungen – sei weit weniger empfindlich gegen Veränderungen als das Mittelstetten im Schwäbischen, das zum Vergleich mit Foto herangezogen wurde: ein kompaktes Straßendorf.

Zeichen von Gesundheit seien die prägenden Hofstellen mit ihrer regionaltypischen Bausubstanz und die Freiflächen bis hinein in die Dörfer – die „schöne Verzahnung mit der Landschaft“, wie es Siebeneicher nannte. Ganz Mittelstetten habe großes Potenzial für weiteren Wohnbau. Rund sieben Hektar Fläche gelten als klassische, voll erschlossene Baulücken. Weit über zehn Hektar sind gering bebaute, verdichtungsfähige große Grundstücke. Auf rund sechs Hektar finden sich „Hofstellen mit Leerstandsrisiko“, weil dort nur noch Ältere leben.

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Viel neues Bauland zu schaffen gehört aber nicht zu den Leitsätzen, die von den Gemeindeentwicklern aufgestellt wurden: Mittelstetten soll nicht unbegrenzt wachsen, sondern vor allem Einheimischen eine Zukunft bieten. Als zentrale Ziele werden außerdem gemeinsame Lebensräume für Mensch wie Natur genannt, außerdem wünscht man sich „Rückenwind“ durch starkes Gewerbe. Gerade im Ortsteil Vogach kämen aber die Betriebe an Grenzen, wenn sie erweitern wollen – hier müsse über Entwicklungsmöglichkeiten nachgedacht werden, meinte Siebeneicher. Ein „langweiliges Gewerbegebiet“ schloss sie allerdings aus.

Mitunter wirkte die Projektleiterin bei ihrem bebilderten Streifzug durch die Gemeinde fast schwärmerisch. Von stattlichen, prägenden Gebäuden im Hauptort war die Rede, von trotz Sanierungsbedarf immer noch schönen Hofstellen in Längenmoos, von idyllischen Winkeln in Vogach, von üppigen Bauerngärten und ehrwürdigen Bäumen. Nur vereinzelt blitzte Kritik auf, etwa an zwei Neubauten in Tegernbach mit „sehr undörflichen“, weil gepflasterten Freiflächen.

Die kanalartigen Fließgewässer, Glonn und Burggraben, seien in einem „jämmerlichen Zustand“. Die Bäche ökologisch aufzuwerten, wieder erlebbar zu machen, gehört zu den über 60 Vorschlägen des Entwicklungskonzepts. Dazu zählen außerdem neue Ortsmitten in den Dörfern, Mehrgenerationen-Wohnen, Radwege und vieles mehr.

Was davon wann umgesetzt werden soll, entscheidet der Gemeinderat. OLF PASCHEN

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