Andreas Spörl sagte, nach der Nachrüstung habe man „20 Jahre Ruhe.“

Informationsabend der Gemeinde 

Vier-Personen-Haushalt zahlt 1100 Euro für Klärwerksanierung

1100 Euro wird die knapp eine Million Euro teure Klärwerksanierung einen durchschnittlichen Mittelstettener Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus mit Garten kosten.

Mittelstetten –  Dieser überschaubare Betrag wurde jetzt beim Informationsabend der Gemeinde in einer Beispielrechnung vorgestellt. Die Aufregung hielt sich dann auch in Grenzen – nach nur wenigen Fragen war die Veranstaltung nach einer Stunde beendet.

Kämmerer Richard Furtmeier von der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf hatte zuvor ausführlich die Rechtsgrundlagen und die verschiedenen Finanzierungsmodelle vorgestellt. Nach dem Kommunalabgabengesetz kann eine Gemeinde gar nicht anders, als Aufwendungen für eine kostendeckende Einrichtung wie die Abwasserbeseitigung auf die Allgemeinheit umzulegen. Eine Alternative zu den beschlossenen einmaligen „Verbesserungsbeiträgen“ (in zwei Raten) wäre die Deckung über die Abwassergebühren gewesen. Dann wäre der Kubikmeterpreis über einen Zeitraum von 57 Jahren gestiegen, zunächst um 63 Cent, nach 17 Jahren nur noch um 50 Cent.

Was maßvoll klingt, würde sich über die Jahre allerdings auf mehr als 3600 Euro für den Mittelstettener Beispiel-Haushalt summieren, weil hier Wertverlust der Anlage und Kapitalzinsen mit in die Berechnung einfließen müssten. Ergo: Die Einmal-Zahlung ist günstiger für den Bürger- und für die Gemeinde, die sich die Vorfinanzierung spart.

Seinen persönlichen Verbesserungsbeitrag kann sich jeder Eigentümer selbst ausrechnen. Pro Quadratmeter Grundfläche werden 16 Cent fällig, pro Quadratmeter Geschossfläche 3,99 Euro. Herangezogen werden alle bebauten und bebaubaren Grundstücke. Bei der Grundflächenberechnung gibt es Sonderregelungen für sehr große Grundstücke innerorts (über 2000 Quadratmeter) und für die Landwirtschaft im Außenbereich, bei der nur Gebäude, Hoffläche und Hausgarten mitzählen.

Nicht mitberechnet werden private Gartenhäuschen, Geräteschuppen oder Garagen und bei Gewerbebetrieben reine Lagerhallen. Beim Bauern sind Scheune, Stadel, Stall und Maschinenhalle beitragsfrei. Die Geschossfläche wird nach den Außenmaßen des Gebäudes berechnet, inklusive Keller und – falls ausgebaut – Dachgeschoss.

In der Verwaltung sind zwar die Flächendaten für jedes Anwesen vorhanden, dennoch bekommen die Eigentümer noch einen Anhörungsbogen. Bei Unstimmigkeiten wird vor Ort nachgemessen – was allerdings auch zu Nachberechnungen führen könnte, wenn etwa ein Dachgeschoss nachträglich zu Wohnräumen wurde.

Mit dem Beginn des Kläranlagen-Umbaus rechnet der beauftragte Planer für den Frühsommer 2019. Dann wird auch die Vorauszahlung für die Bürger fällig. Welchen Anteil die erste Rate ausmachen soll, muss noch entschieden werden. Fertigstellung könnte im Herbst des selben Jahres sein. Das Teure an der Sanierung ist das neue Belebungsbecken für die Abwässer.

Das Klärwerk arbeite seit einem Vierteljahrhundert zwar „pfennigguad“, meinte Bürgermeister Andreas Spörl, nur würden die gesetzlichen Anforderungen an die Abwasserreinigung eben schärfer. Aber mit der Nachrüstung habe man auch wieder „20 Jahre Ruhe“. Olf Paschen

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