Das Sägewerk in Vogach gibt es seit 1927. Im Jahr 2011 wurde es erweitert. Seit etwa zehn Jahren läuft das Verfahren um den Lärm aus dem Werk.

Vergleich am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof

Streit um Sägewerk: Lärmwände als Lösung

  • Nina Gut
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Der jahrelange Streit um das Sägewerk in Vogach (Gemeinde Mittelstetten) kam am Mittwoch auf den Tisch von Bayerns höchsten Verwaltungsrichtern. Diese schafften es, eine Einigung zwischen Sägewerksbetreiber und Nachbarn herzustellen.

Vogach – Rund zehn Jahre lang dauert das Verfahren schon. Nun könnte der Streit um den Lärm, der vom Sägewerk ausgeht, tatsächlich zu Ende zu sein. Denn die beiden Streitparteien schlossen am Mittwoch vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) einen Vergleich, der mobile Lärmschutzwände vorsieht. Der Vergleich kann zwar von den Sägewerksbesitzern noch widerrufen werden. Doch es sieht alles danach aus, dass die Einigung hält.

Das Sägewerk gibt es bereits seit 1927. Im Jahr 2011 wurde es erweitert und muss laut Bauantrag einen Lärm-Grenzwert von 60 Dezibel einhalten. Im Jahr 2002 bauten dann die Klägerin und ihr Ehemann auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Einfamilienhaus. Sie seien davon ausgegangen, dass sich das Werk an die 60 Dezibel halte, sagt der Nachbar, der von zu Hause aus arbeitet, am Rande des Prozesses.

Doch das gesamte Sägewerk produziere einen Lärm von 63 Dezibel. Dabei gehe es um einen „unglaublich nervigen Ton“ und „ständig fallende Bretter“. In erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht (VG) München hatte das Ehepaar recht bekommen. Die Stilllegung des Werkes wurde beschlossen.

Doch der VGH hob das Urteil im Herbst 2015 wieder auf, weil das VG keinen Gutachter eingeschaltet hatte. Deshalb beauftragte der VGH selbst einen Sachverständigen. Der präsentierte gestern seine Ergebnisse. Dabei schickte er vorweg, dass der ankommende Lärm davon abhängig sei, welcher Art und Dauer die Tätigkeit sei, die gerade im Sägewerk ablaufe. Es sei gar nicht möglich, einen verbindlichen Wert festzulegen, der die Lautstärke der gesamten Anlage angebe.

Die Hauptlärmquellen sind die Besäumsäge sowie vor allem die Brettersortier- und -abwurfanlage. Diese befördert die geschnittenen Bretter ins Freie und wirft die sie auf einen Stapel. In diesem Bereich maß der Gutachter bis zu 70 Dezibel. Das hatte auch das Landratsamt im Juni 2015 gemessen. Insgesamt sprach der Sachverständige von einem „Beurteilungspegel“ von 62 Dezibel. So oder so: „Wir haben eine Überschreitung“, sagte der Vorsitzende Richter Andreas Dhom. Es sei angezeigt, was auch schon am VG und bei einem Erörterungstermin angedacht war: „Als Lösung könnte man mobile Abschirmwände vor der Bretterabwurfanlage aufstellen.“ Dadurch halten zwei Gutachter eine Lärmreduzierung an der Abwurfanlage von fünf bis zehn Dezibel für realistisch. Feste Wände kämen nicht in Frage, da der Bretterhaufen regelmäßig mit dem Stapler weggefahren werden müsse.

Mit den Lärmschutzwänden samt Überdachung zeigten sich beide Seiten einverstanden und schlossen einen Vergleich. Darin ist festgelegt, dass die Wände ein Schalldämmmaß von 20 Dezibel haben und bis 31. Juli aufgestellt werden müssen.

Laut Rechtsanwalt Klaus Röber, der den alteingesessenen Betrieb vertrat, habe die Familie bereits in der Vergangenheit alles getan, um den Lärm zu mindern – Wände und Dach ertüchtigt, eine neue Säge besorgt. Sie sei auch jetzt zu gewissen Investitionen in die mobilen Wände bereit. „Mit dem Kompromiss können wir leben.“ Schließlich gehe es ihr um den Fortbestand des Betriebs.

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