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Wenn der Sohn die Mama einkleidet

Seit seinem zehnten Geburtstag sind er und seine Nähmaschine unzertrennlich. Während andere Fußball spielen, designt und fertigt der 16-jährige Schüler Ferdinand Huber Kleider, Westen und Röcke.

Mittelstetten – „Wenn ich unterwegs bin, habe ich oft ein Problem: Ich habe nur noch Geld für etwas zu essen oder die neue Vogue“. Wer sich bei dieser Frage, vor der Ferdinand Huber immer wieder steht, wie er für die Zeitschrift entscheiden würde, der ist wohl genauso modeverrückt wie der 16-jährige Gymnasiast aus Mittelstetten. Seit früher Kindheit ist der Schüler von Stoffen und Kleidung aller Art fasziniert. Und genauso früh hat er auch begonnen, selbst kreativ zu werden.

Seine Mutter, Stephanie Huber, erinnert sich noch gut: „Schon im Kindergarten war die Kiste mit Verkleidungen seine Lieblingsbeschäftigung. Dann hat er mit der Bastelschere losgelegt und die Kostüme zurechtgeschnitten.“ Das Geschenk zum zehnten Geburtstag war damit folgerichtig: Eine Nähmaschine sollte die Bastelschere ablösen. Noch heute schneidert Ferdinand damit Kleidungsstücke.

Mit der Maschine hat er schon beachtliche Resultate erzielt: Eine Trachtenweste für den Vater oder einen Rock für seine Lehrerin. Und beim Abschlussball des Tanzkurses seiner Schule trugen zwei Mitschülerinnen schon Kleider des Labels „Huber“. Der Gymnasiast hat dabei immer die Bedürfnisse seiner Abnehmer im Blick: „Ich liefere das, was gefragt ist. Ich mache nicht einfach nur, was mir Spaß macht“, erzählt er lächelnd. Deswegen schrecke er auch vor traditionell bayerischer Tracht nicht zurück. Sein persönlicher Faible sind aber die Fünfziger Jahre: „Die Mode aus dieser Zeit finde ich einfach toll. Das ist genau mein Stil.“ Schon früh sei er zum Beispiel von Marilyn Monroe begeistert gewesen.

Doch auch von aktuelleren Künstlern lasse er sich inspirieren, vor allem vom Amerikaner Zac Posen. An ihm fasziniert ihn besonders sein Werdegang: „Er hat das alles von null aufgebaut. Das finde ich beeindruckend.“ Zac Posen kommt wie Ferdinand nicht unbedingt aus einer modeaffinen Familie. Die Mutter des 16-Jährigen wundert sich bis heute, woher ihr Sohn das Talent zum Nähen hat. Sie selbst habe zur „haute couture“ keinen Bezug.

Umso wichtiger sei da das Internet, um seine Werke bekannt zu machen, erklärt Ferdinand. Auf der Plattform „Instagram“ teilt er die Bilder seiner neuesten Kreationen. Ohne diese Möglichkeit gehe es heutzutage gar nicht mehr, ist der Schüler überzeugt. In seinem näheren Umfeld kenne er sonst keinen mit seinem Hobby.

Doch der 16-Jährige stellt klar: Er habe in seinem Umfeld nie Ablehnung wegen seines eher ungewöhnlichen Hobbys erfahren. Im Gegenteil: Beim „burda style Talentwettbewerb“, der selbstentworfene Kleider prämiert, stimmte das ganze Viscardi-Gymnasium für ihn ab und seine Mutter stand für die Bewerbung in einem grünen Blumenkleid sogar Modell. Seitdem werde Sie beim Bäcker häufig darauf angesprochen, wie es mit ihrem Sohn nun weitergehe und ob er es in die nächste Runde geschafft habe, erzählt sie stolz. Thema des Wettbewerbs: Die „Fifties“ – Ferdinands Spezialgebiet.

Diese Unterstützung und dass er die Jury mit seinem Entwurf überzeugen konnte, haben den 16-Jährigen nun sogar ins Finale des Contests gebracht. Am 19. Juni muss er gegen drei andere Bewerber in einem Nähwettbewerb auf Zeit antreten. Gewinnen wolle er natürlich schon gerne, meint Ferdinand. Doch er habe es eher auf den zweiten Preis abgesehen: Eine professionelle Nähmaschine. Denn der erste Platz ist eine Reise nach München. Und da sei er oft genug. (Gabriel Kroher)

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