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Die Informationen zur Kostensteigerung beim Rathaus-Neubau in Mittelstetten waren unzureichend.

Beschwerde eingelegt

Kritik an Kostensteigerung bei Rathaus-Neubau

Da ihm die Fragen zur Kostensteigerung beim Rathaus-Neubau in Mitttelstetten nur unzureichend beantwortet wurde, reichte Werner Fischer Beschwerde bei der VG Mammendorf ein. Jetzt hat der Architekt Stellung genommen.

Mittelstetten – Werner Fischer, Initiator der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Mittelstettener Lebensraums und erfolgreicher Gegner eines Gewerbegebietes, will auch in einer anderen Angelegenheit nicht locker lassen. Nachdem seiner Meinung nach nur unzureichend auf einen Fragenkatalog zu den Kostensteigerungen beim Rathaus-Neubau geantwortet wurde, hat Fischer der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf eine Frist gesetzt, um weitere Auskünfte – insbesondere zu den wesentlich teurer gewordenen Außenanlagen – zu erhalten.

Dass es beim Umbau der alten Lehrerwohnung und dem Neubau des Gemeinderats-Sitzungssaals zu erheblichen Mehrkosten gekommen ist, wird auch von der Gemeinde nicht bestritten. In einem ursprünglichen Kostenvoranschlag waren weder Architekten-Honorare noch die Gestaltung der Außenanlagen enthalten. Außerdem kam es zu Überraschungen beim Umbau des alten Gebäudes und zu zeitlichen Verzögerungen, weil Teile des Gemeinderates die Planung noch einmal in Frage stellten. Schließlich wurde aus den zuerst genannten rund 500 000 Euro fast eine Million. Alle Mehrausgaben wurden allerdings vom Gemeinderat gebilligt.

Beschwerde erledigt

Darauf verweist auch VG-Geschäftsleiter Bernhard Frank in dem Antwortschreiben auf Fischers Beschwerde. Die Kostensteigerungen seien stets „transparent und plausibel“ dargestellt worden, auch der örtliche Rechnungsprüfungsausschuss hatte keine Bedenken. In seiner jüngsten Sitzung hatte auch der Gemeinderat – trotz einzelner kritischer Nachfragen – die Beschwerde einstimmig für erledigt erklärt. Dass Fischer daraufhin der CSU vorwarf, ihre Mehrheit „schamlos auszunutzen“, hält wiederum CSU-Bürgermeister Andreas Spörl für eine „unverschämte Unterstellung“.

Inzwischen liegt eine 18-seitige Stellungnahme des Architekten vor, in der die einzelnen Kostenmehrungen – allerdings noch nicht für die Freiflächen – detailliert erklärt würden. Auch diese Aufstellung wirft für Fischer Fragen auf. Selbst eine Kostenüberschreitung von 35 Prozent nur am Gebäude selbst sei „bei einem derart übersichtlichen Objekt kein gutes Zeugnis“. Möglicherweise seien die Kosten für das Ergebnis angemessen, aber die ursprünglichen Schätzungen wohl auf eine unvollständige Planung, vielleicht auch fehlende Fachkenntnis oder unzureichende Bestandsprüfung zurückzuführen. Zudem sei eine begleitende „Steuerung und Überwachung“ solcher Projekte auch Aufgabe des VG-Bauamtes.

Olf Paschen

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