E-Treffen in Fürstenfeld

E-Mobile entern altes Kloster

Fürstenfeldbruck – Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft: Während am Wochenende in Jesenwang tausende Gäste zur großen Oldtimer-Show kamen, präsentierten sich gleichzeitig in Fürstenfeld E-Mobile aller Art.

180 Teilnehmer hatten sich für die in Fürstenfeld startende E-Rallye rund um den Ammersee (eRUDA) angemeldet. Bevor sie sich auf den Weg machten, zeigten sie den Besuchern ihre Gefährte. Rund 4000 Gäste kamen, um sich über diese Art der Fortbewegung zu informieren. „Wir sind mit dem Start in Fürstenfeldbruck hoch zufrieden“, kommentierte eRUDA-Sprecherin Marita Hansen am Sonntag.

Einer der E-Mobilisten war der Hörbacher Kreisrat Jakob Drexler. „Für uns persönlich ist es ein gutes Gewissen, etwas für die Zukunft der nächsten Generationen getan zu haben“, sagte er. „Es macht noch dazu richtig Spaß, so ein Auto zu fahren, das von der eigenen Fotovoltaik-Anlage aufgeladen wird.“

Eineinhalb Jahre Erfahrung mit mit einem anderen Auto, nämlich dem Tesla Model S, hat Wolfgang Nelhiebel (53). „Der ist mit einem Audi A 7 zu vergleichen. Der Anschaffungspreis ist zwar hoch, dafür ist er billig im Unterhalt, unglaublich leise und er stinkt nicht“, sagte der Elektrotechniker aus München. Die Reichweite sei bei diesem Auto kein Problem. „So gesehen ist das für mich kein Zweitauto, sondern das erste Auto meiner Wahl. Es ist einfach ein unheimlich gutes Gefühl, von so einem Auto bewegt zu werden.“

Trotzdem, insgesamt wurde deutlich, dass sich die häufigsten Fragen der Gäste auf Ladezeiten und Reichweiten bezogen, nicht nur bei Autos, sondern auch bei elektrisch angetriebenen Fahrrädern. Das ärgerte manche Elektro-Autofahrer sogar. „Keiner fragt nach dem Fahrgefühl oder was alles an klimaschädlichen Auswirkungen an der Erdölproduktion dranhängt“, sagte der Chef einer Münchner Elektronikfirma.

Flankierend zur Auto-Schau betonte der Zukunftsforscher Lars Thomsen, dass der direkte Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors grade mal 15 Prozent betrage. Der Rest verpuffe im wahrsten Sinne des Wortes in die Umwelt. Zum Vergleich rechnete Thomsen den Wirkungsgrad eines Elektroautos mit satten 90 Prozent vor.

So zeigte sich auch der Rallye-Teilnehmer Rainer Krebber (48) aus Sonthofen mit seinem Renault Zoe sehr zufrieden. Die Reichweite passe. Gekostet hat der Wagen 18 000 Euro.

„Es ist ein unheimlich entspannendes Fahrgefühl, man rollt so dahin“, erzählte er vor dem Start der Rundfahrt. „Freunde, die bei mir mitgefahren sind, oder selber mal am Steuer saßen, waren begeistert vom Abzug und der Dynamik dieses Kleinwagens.“

Einen Zoe fährt übrigens auch der Hörbacher Jakob Drexler, nachdem er bis vor einem Jahr mit einem auf Pflanzenöl umgerüsteten Passat unterwegs war. Drexler bedauerte, keine Kommunalpolitiker im Publikum gesehen zu haben. „Die E-Mobilität wird durch den VW-Abgas-Skandal im besten Sinne beschleunigt. Tesla läuft vielen den Rang ab, sogar Google und Apple bauen E-Autos und erkennen den Trend“, sagte Drexler.

Aber nicht nur Autos können mit Elektrizität fahren, sondern auch Motorräder: Martina und Hermann Hof-stetter nahmen mit ihrem Zero-Zweirad an der Rallye teil. „Unser Motorrad ist vergleichbar mit einer konventionellen 650 bis 800 Kubikmeter-Maschine. Mit einer Tankfüllung komme ich rund 200 Kilometer“, berichtete der Chiemgauer Hermann Hofstetter (53). „Die Maschine wurde in Kalifornien produziert und entwickelt, man muss sagen, dass die Amis in Sachen Elektro-Mobilität schneller als die Deutschen sind und die Nase vorn haben“, so der Fachreferent bei der Erzdiözese.

Ebenfalls emissionsfrei unterwegs war Sebastian Lidl (34), kaufmännischer Angestellter aus Forstenried. Er rollte mit dem VW Golf GTE mit Plug-In-Hybrid zum Ammersee. „Die Technik fasziniert mich. Auch aus meinem privaten Umfeld erfahre ich viel positive Resonanz, viele meiner Freunde zeigen großes Interesse und alle, die einmal mitgefahren sind, hatten großen Spaß daran.“

Den hatte auch die zwölfjährige Melina aus Dießen am Ammersee, die sich in Bruck darauf freute, mit einem elektrischen Kinderquad fahren zu dürfen. Ihr Vater Matthias Möckel unterdessen träumte für sich von etwas Größerem: Er suchte nach einem Familienauto, bestenfalls einem Tesla oder einem e-BMW.

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