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Musik verbindet: Michael Trauner schätzt am Musizieren vor allem das Gemeinschaftsgefühl.

Auszeichnung für Michael Trauner

Er gibt bei der Blaskapelle Moorenweis den Ton an

Michael Trauner (55) und die Blasmusik verbindet eine lange, glückliche Beziehung mit vielen Höhepunkten. Der Trompeter ist seit 20 Jahren Chef der Blaskapelle Moorenweis. Nun wird er ausgezeichnet.

MoorenweisEine Blaskapelle gibt es in Moorenweis bereits seit über 100 Jahren, offiziell als Verein gegründet wurde sie jedoch erst 1994. In den Jahren davor spielte Trauner parallel in der damaligen Brucker Stadtkapelle unter der Leitung von Max Friesenegger und machte unvergessliche Auftritte mit – unter anderem in Brucks Partnerstädten Wichita Falls (USA) und Livry Gargan (Frankreich), im historischen Trachtenzug auf dem Oktoberfest und bei der TV-Produktion der Serie „Kir Royal“. Regisseur Franz-Xaver Bogner war damals von den Musikern so angetan, dass er sie sogar für seine Hochzeit engagierte. „Eine halbe Stunde haben wir dort gespielt“, erinnert sich Trauner. „Danach kam Haindling.“

Trikot-Tausch mit Pilotinnen aus Singapur

Auch mit der Moorenweiser Blaskapelle hat der 55-Jährige schon spektakuläre Dinge erlebt. Da sind die ausverkauften Konzerte in der heimischen Mehrzweckhalle, zum Beispiel zu Ehren von Ernst Mosch. Da sind aber auch weite Reisen wie die nach Südfrankreich, wo die Truppe auf dem Luftwaffenstützpunkt Salon-de-Provence an einem „Oktoberfest“ teilnahm. „Wir sind mit der Transall runtergeflogen und hatten sogar Bier und Bierkrüge dabei“, erzählt Trauner. Bei dem Fest kam es zu einem spontanen „Trikot-Tausch“ zwischen den Moorenweiser Musikerinnen und einigen Pilotinnen aus Singapur. „Die Pilotinnen zogen die Dirndl an und unsere Mädels spielten im Kampfanzug.“

Es sind aber gar nicht diese Highlights, die für ihn das Schönste am Musizieren sind. Es ist das Gemeinschaftsgefühl, der Zusammenhalt über die Generationen hinweg. „Als Kind mit Rentnern am Tisch sitzen und sich auf Augenhöhe unterhalten“ – das wird möglich, wenn man gemeinsam in einer Kapelle spielt.

„Die Kondition ist in der Lippe. Wenn sie schlaff ist, kommt kein Ton.“

„Seine“ Blaskapelle: Seit 20 Jahren leitet der Moorenweiser die örtliche Blaskapelle – und hat schon einige unvergessliche Auftritte erlebt.

Es war dem Vater von vier Kindern immer viel daran gelegen, die Jugend zu begeistern. Dass er sich deshalb für die Gründung der Bläserschule Paartal einsetzte, ist nur logisch. Dort bilden seit über zehn Jahren mehrere Blaskapellen gemeinsam ihren Nachwuchs aus. „Es ist wichtig, die Jugendlichen zu motivieren, in einem Verein aktiv zu sein – egal in welchem“, findet Michael Trauner. „Seine Freizeit nur am Computer oder Handy zu verbringen, das kann’s nicht sein.“

Doch auch wenn Jugendliche zu engagierten Blasmusikern heranwachsen, gibt es Hürden für einen geregelten Probenbetrieb – etwa die langen Arbeitszeiten und weiten Arbeitswege in den Pendlerregionen rund um München. „Die Leute sind fremdgesteuert und viel unterwegs. Man muss permanent kämpfen.“

Auch er selber ist in seiner beruflichen Tätigkeit für eine Krankenversicherung ständig auf Achse, oft sogar wochenweise von zu Hause weg. Dann wird das regelmäßige Üben schwierig, denn in Hotels kommt das Beschallen der Nachbarzimmer eher nicht so gut. Trotzdem schafft es Trauner, am Ball zu bleiben, denn auch als Musiker muss man fit sein. „Die Kondition ist in der Lippe“, erklärt der Trompeter. „Wenn die Lippe schlaff ist, kommt kein Ton.“

An Pfingsten will Michael Trauner zum Gardasee radeln

Damit auch sonst die Fitness stimmt, hat er das Radfahren für sich entdeckt. Im Moment absolviert Trauner jedes Wochenende 100 Kilometer weite Trainingsfahrten, denn für Pfingsten hat er sich ein großes Ziel gesetzt: auf zwei Rädern über die Alpen zum Gardasee.

Davor stehen aber noch zwei wichtige Termine für den Musiker an: Das Starkbierfest seiner Kapelle am Samstag, 18. März. Und dann erhält er am 24. März für sein Engagement das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Das Starkbierfest

der Moorenweiser Blaskapelle beginnt Samstag, 18. März, um 19.30 Uhr mit der Bayernhymne und dem Anzapfen des ersten Fasses durch den Bürgermeister Joseph Schäffler. Später gibt es natürlich Blasmusik und einen Wettbewerb im Stoahebn. Der Eintritt in die TSV-Halle kostet sieben Euro. Platzreservierung unter Telefon (01 76) 39 75 68 71.

von Ulrike Osman

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