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Bürokratie

Das wird teuer

Dünzelbacher müssen Kfz-Scheine umschreiben

Dünzelbach – Mit wenig erfreulicher Post aus dem Landratsamt hat das Jahr für viele Bürger in Dünzelbach begonnen. Sie müssen ihre Fahrzeugscheine berichtigen lassen – und das kostet.

Grund ist, dass alle Bewohner des Moorenweiser Ortsteils eine neue Adresse haben, seit vor vier Jahren erstmals in dem Dorf Straßennamen und neue Hausnummern eingeführt wurden. Für die Kfz-Zulassungsstelle ist das gleichbedeutend mit einem Umzug. „Der Halter ist verpflichtet, Änderungen seiner Adresse zu melden – egal, aus welchem Grund die Änderung erfolgt, also auch bei Umbenennungen“, sagt Ines Roellecke, Pressesprecherin des Landratsamts.

Die Umschreibung der Kfz-Scheine kostet zwischen 11,40 Euro und 24,70 Euro. Ist der Fahrzeugbrief vor dem 1. Oktober 2005 ausgestellt worden, muss auch dieser erneuert werden – für weitere 24,50 Euro. Das ärgert unter anderem Michael Obermeier. „Den Bürgern wurde seinerzeit zugesichert, dass durch die Einführung der Straßennamen keine finanziellen Mehrbelastungen entstehen“, sagt der Betreiber einer kleinen Landwirtschaft.

Da er und seine Frau neben zwei Autos auch noch einen Bulldog und zwei Anhänger besitzen, die alle umgemeldet werden müssen, läppern sich die Kosten. Obermeier hat deshalb im Gesetz geblättert und ist in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung auf Paragraph 13, Absatz 1a gestoßen. Dort heißt es sinngemäß, dass Adressänderungen auch über das Einwohnermeldeamt – sprich, die Gemeinde – mitgeteilt werden können.

Laut Landratsamt gibt es aber eine entsprechende Verwaltungsvorschrift bislang nur in Hamburg. „Die übrigen Bundesländer, so auch Bayern, haben von dieser Möglichkeit bislang nicht Gebrauch gemacht“, heißt es in einem Schreiben der Zulassungsstelle an Obermeier.

170 Briefe mit der Aufforderung, die Kfz-Scheine berichtigen zu lassen, hat die Behörde nach eigenen Angaben in diesen Tagen nach Dünzelbach geschickt. Einzelne Bürger hätten ihre neue Adresse bereits kurz nach der Umstellung von sich aus mitgeteilt, so Roellecke.

In anderen Fällen brachten unzustellbare Strafzettel und entsprechende Nachfragen der Verkehrsüberwachung die Kreisbehörde auf den Trichter. Erst nach und nach kam man darauf, dass sich sämtliche Anschriften im Dorf geändert haben. Behördensprecherin Roellecke: „Dass wir die Leute jetzt angeschrieben haben, ist eigentlich ein Bürgerservice.“

Von Ulrike Osman

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