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Im März wurden in Moorenweis Gerüchte über Kinder verbreitet, die angeblich an einer Corona-Impfung gestorben seien. Der Verbreiter der Nachricht ist gefunden.. (Symbolbild)

Falschmeldung

Krude Gerüchte um Todesfälle in Moorenweiser Kinderhaus - Polizei ermittelt den Verbreiter der Fake-News

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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Im März wurden in Moorenweis Gerüchte über Kinder verbreitet, die angeblich an einer Corona-Impfung gestorben seien. Der Verbreiter der Nachricht ist gefunden.

Update vom 7. Mai:

Moorenweis - Nachdem im März die üblen Gerüchte über Buben und Mädchen aus dem Kinderhaus Moorenweis, die angeblich an einer Corona-Impfung verstorben seien, verbreitet wurden, hat die Polizei den Täter gefasst. Dem vorausgegangen waren intensive Ermittlungen, schreibt die Polizei Fürstenfeldbruck in ihrem Pressebericht.

Aber auch der Täter selbst hat einiges zu seiner Ergreifung beigetragen. Ihm hat offenbar sein schlechtes Gewissen keine Ruhe gelassen. Etwa vier Wochen nach dem Vorfall fand die Kindergartenleitung einen anonymen Entschuldigungsbrief und einen kleinen Geldbetrag im Briefkasten. Von dem Geld solle man den Kindern eine kleine Freude bereiten, hieß es in dem Brief.

Die Polizei ermittelte die Identität des Briefeschreibers - ein 47-jährigher Mann - und führte ein Präventionsgespräch mit dem Erfinder der Fake News. Ob ihm noch weitere Strafen drohen, muss die Staatsanwaltschaft entscheiden. Ein klares Motiv sei beim dem 47-Jährigen nicht zu erkennen gewesen, schreibt die Polizei. Vermutlich animierten ihn seine persönlichen schwierigen Lebensumstände dazu, die frei erfundene Geschichte loszutreten.

Das war die Erstmeldung vom 26. März:

Moorenweis - Auslöser des Ganzen war ein medizinischer Notfall am Donnerstag gegen 9 Uhr. Ein eineinhalbjähriges Mädchen erlitt vermutlich einen Krampfanfall und bekam keine Luft mehr. Die Kleine wurde vom Personal sofort fachgerecht erstversorgt und anschließend mit einem Krankenwagen in eine Klinik gebracht. Vorsorglich landete auch ein Rettungshubschrauber am Kindergarten, konnte aber unverrichteter Dinge wieder abfliegen. Nach derzeitigem Kenntnisstand geht es dem Mädchen wieder gut und sie kann voraussichtlich am Folgetag wieder zu ihren Eltern nach Hause. Das berichtet die Polizei.

Kurz nach dem Ereignis wurde das Kinderhaus mit teils kruden Anrufen bombardiert. Auf dem Messenger Dienst „Telegram“ wurde die Nachricht verbreitet, dass im Kinderhaus Kinder gegen Corona geimpft worden seien und mehrere Kinder und Pfleger daran verstorben wären. Die Chatgruppe behauptete, dass Leichenwagen mehrere Tote weggefahren hätten und die Polizei den Kindergarten versiegelt hätte. Zur Erinnerung: Für Kinder gibt es noch keine zugelassenen Impfstoffe gegen Corona.

Was die Telegram Nutzer und Anrufer mit der Aktion bezweckten ist noch unklar, fest steht jedoch, dass die Behauptungen mutwillig frei erfunden sind. Die Brucker Polizei ermittelt nun gegen die Verfasser der falschen Meldungen.

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