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Ultraleichtflugzeug abgestürzt: EIn Bild der Absturzstelle.

Leiche war stundenlang in Flugzeug

Ultraleichtflugzeug abgestürzt: Das machte die Bergung so gefährlich

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Beim Absturz eines Kleinflugzeuges bei Moorenweis/Albertshofen ist der Pilot (46) ums Leben gekommen. Die Maschine krachte in ein Maisfeld. Die Bergung gestaltete sich äußerst schwierig.

Jesenwang – Am Vormittag startete das Ultraleichtflugzeug vom Typ Eurostar EV97 in Jesenwang in Richtung Baden-Württemberg. Am frühen Nachmittag war es auf dem Rückweg im Landeanflug auf den Flugplatz. Nach Angaben der Kriminalpolizei meldete sich der Pilot, der aus dem Raum Dachau stammt, um 12.50 Uhr noch einmal beim Tower und bat dort um Landeerlaubnis.

Rund zwei Kilometer trennten den Mann um 13.20 Uhr noch von der Landebahn. Da passierte das Unglück. Zeugen beobachteten, wie das Flugzeug ins Trudeln geriet und anschließend fast senkrecht mit hoher Geschwindigkeit in ein Maisfeld stürzte, wo es sich in den Ackerboden bohrte. Der Pilot war laut Kripo sofort tot. Beobachtet wurde die Tragödie laut Flugplatz-Betreiber Max Walch auch von einem Fluglehrer, der in einer anderen Maschine unterwegs war und sofort Alarm schlug. Wenig später stieg ein weiteres Flugzeug von Jesenwang auf und kreiste über dem Unglücksort, um den Einsatzkräften am Boden den Weg zu weisen.

Kleinflugzeug stürzt in Maisfeld - Pilot stirbt - Fotos

Mais verdeckt die Sicht auf die Absturzstelle bei Albertshofen

Feuerwehr und Polizei machten sich auf den Weg zum Absturzort. Dieser befindet sich in der Nähe des kleinen Weilers Albertshofen (Gemeinde Moorenweis), eine Gemeinde im Landkreis Fürstenfeldbruck. Der Mais steht an der Unfallstelle so hoch, dass das havarierte Flugzeug vom Feldrand aus nicht zu sehen war. Als sich Rettungskräfte zu dem Wrack vorgekämpft hatten, stellte sich heraus, dass das Fallschirm-Rettungssystem des Ultraleichtfliegers aktiviert, aber nicht ausgelöst worden war. Das System wird mit Sprengstoff betrieben und stellte daher eine große Gefahr für die Retter dar.

Die Absturzstelle liegt mitten in einem Maisfeld. Am Rand postierten sich die Einsatzkräfte.

Zur Deaktivierung mussten Spezialisten geholt werden. Stundenlang waren die Einsatzkräfte so zur Untätigkeit verdammt. Es blieb ihnen nur, das Gelände abzusichern. Lediglich ein Notarzt arbeitete sich so weit vor, bis er Gewissheit hatte, dass der Pilot nicht mehr am Leben war.

Kripo Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen aufgenommen

Max Walch

Den Helfern gelang es schließlich, das Rettungssystem zu deaktivieren. Danach erst konnte die Leiche des Piloten geborgen werden. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck nahm daraufhin die Ermittlungen zur Absturzursache auf. Unterstützt wurde sie dabei von Spezialisten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU). Ein Polizeihubschrauber kreiste am Nachmittag über dem unübersichtlichen Terrain und machte Bilder von der Absturzstelle. Am Flugplatz in Jesenwang herrschte Entsetzen, als man von dem Unglück erfuhr. Der Flugbetrieb wurde eingestellt, das Restaurant geschlossen. Flugplatz-Leiter Walch beschreibt den Piloten als äußerst erfahren. Er sei seit vielen Jahren Kunde am Jesenwanger Flugfeld und regelmäßig geflogen. Am Unglückstag war er mit einer in Jesenwang gemieteten Maschine unterwegs. Der Absturz sei eine Tragödie. „Es ist für uns alle unerklärlich“, so Walch, der sich auch selbst ein Bild von der Absturzstelle machte.

Warum der Pilot, der alleine in der zweisitzigen Maschine unterwegs war, das Fallschirm-System nicht auslöste, ist völlig unklar. Wie Max Walch erklärt, geriet die Maschine in etwa 200 Metern Höhe in Schwierigkeiten. Das System könne aber bis in einer Höhe von 80 Metern sicher aktiviert werden. Walch: „Wir werden es wohl nie erfahren.“

Der Leichnam des Piloten wurde rechtsmedizinisch untersucht und geborgen. Das Wrack wurde von der Staatsanwaltschaft zur Untersuchung sichergestellt.

Abstürze mit Ultraleichtflugzeugen

Der tödliche Absturz bei Albertshofen ist nicht die erste Tragödie mit einem Ultraleichtflugzeug im Landkreis. 

1. Mai 2007: Ein Pilot (51) und sein Schwiegersohn sterben beim Anflug auf das 10. Ultraleichtfliegertreffen am Flugplatz Jesenwang. Ihre Maschine kracht in ein Waldstück bei Adelshofen und geht in Flammen auf – 900 Meter vom Flugplatz entfernt. Das Fliegertreffen wird sofort abgesagt. 

24. August 2011: Zwei Minuten nach dem Start in Jesenwang schlagen Flammen aus dem Ultraleichtflugzeug eines Mannes aus Weßling (Kreis Starnberg). Die Maschine ist erst 200 Meter über Grund. Der Hobbyflieger kann gerade noch mit Hilfe des Rettungsschirms in der Nähe eines Kieswerks Richtung Schöngeising notlanden. Der 38-Jährige steigt aus eigener Kraft aus der FK9 aus, erleidet aber schwere Brandverletzungen. 

21. Mai 2016: Gegen 21 Uhr gerät unmittelbar nach dem Start bei einer Platzrunde ein Ultraleichtflugzeug ins Trudeln. Der Pilot (50) aus Augsburg hat die Maschine nicht mehr im Griff. Sie stürzt drehend auf eine Wiese nahe des Flugplatzes. Der Pilot und seine Begleiterin können nur noch tot geborgen werden.

Die Ereignisse am Unglückstag können Sie hier im Ticker nachlesen. 

Bei dem Absturz eines Kleinflugzeugs sind am Donnerstag zwei Menschen gestorben. Die Maschine ist bei

dem Unglück vollständig ausgebrannt

. Nun ist in

Afghanistan ein Passagierflugzeug abgestürzt.

Es werden viele Tote befürchtet.

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