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Joseph Schäffler im Sitzungssaal.

Nach der Kommunalwahl

Gemeinderat Moorenweis: Sieben Neue auf einen Streich

Kürzlich hat der Gemeinderat von Moorenweis seinen neuen, größeren Sitzungssaal bezogen. Doch nun müssen sich die Gremiumsmitglieder aufgrund der Abstandsregeln in der Mehrzweckhalle einfinden. Den sieben Neulingen unter ihnen macht das den Start nicht einfacher.

MoorenweisVier Neue bereichern die Fraktion der CSU, zwei die der Bürgervereinigung (BV). Und die Freien Wähler, im Ort Gemeinschaft genannt, haben eine neue Frau in ihren Reihen. Alle sind voll motiviert.

Michael Wenhart (CSU) hat viele Themen im Kopf, die er angehen möchte. Die Sicherung und Vernetzung der Vereine für ein vielfältiges Dorfleben liegt dem 46-jährigen Luftfahrtgeräteprüfer ebenso am Herzen wie Seniorenarbeit, Kinderbetreuung und die Unterstützung von Jungunternehmern, die sich in der Gemeinde ansiedeln möchten. „Und dann ist da natürlich die Straßensanierung“, sagt der Vater dreier Kinder. Wobei ihm bewusst ist, dass er da ein kostspieliges Unterfangen anspricht, denn die staatlichen Förderungen seit dem Wegfall der Straßenausbaubeiträge sind minimal. „Mir ist klar, dass man nicht alles auf einmal machen kann, aber wir brauchen ein Konzept.“ Einige Straßen seien in so schlechtem Zustand, dass man nicht länger warten könne.

Dringlichkeit und einen gewissen Aufholbedarf sieht Wenharts künftiger Kollege Michael Leib (CSU)auch beim Thema Kinderbetreuung, da es im Ort noch keine professionelle Mittagsbetreuung und keine Offene Ganztagsschule gebe. „Da liegt noch einiges im Argen““, sagt der 33-jährige Vater von zwei Kindern im Krippen- und Kindergartenalter. Seit zehn Jahren arbeitet der Spengler- und Dachdeckermeister im Familienbetrieb. Keine Überraschung ist, dass er sich im Gemeinderat für die vielfältigen örtlichen Handwerksbetriebe einsetzen möchte. „Wir haben im Ort Betriebe, mit denen man ein ganzes Haus bauen kann.“ Leib bekam als Sohn des langjährigen CSU-Gemeinderatsmitglieds und früheren Vize-Bürgermeisters Hubert Leib ein kommunalpolitisches Gen mit.

Ähnliches kann man von Christian Metzger (CSU) sagen, dessen Großvater Max Metzger in den 1970er-Jahren Moorenweiser Bürgermeister war. Der 42-jährige Landwirt möchte als Unternehmer, Familienvater und langjähriger Feuerwehrmann seinen Heimatort in allen Bereichen mitgestalten. Unter anderem wünscht er sich „ein moderates Wachstum der Gemeinde und eine Vernetzung der Vereine“.

Kein Verwandter, lediglich ein Namensvetter ist Neuling Martin Metzger (BV). Der 34-Jährige arbeitet als Maschinenbaumeister in Türkenfeld und machte parallel zu seinem Hauptberuf eine Ausbildung in der Landwirtschaft, um nach dem Tod seines Vaters den heimischen Ackerbaubetrieb im Nebenerwerb zu übernehmen. Die Landwirtschaft werde sicherlich eines seiner Schwerpunktthemen im Gemeinderat werden, so Martin Metzger. Aber auch alles rund ums Bauen interessiert ihn – „von der Ausweisung von Baugebieten bis zur Aufstellung von Bebauungsplänen“.

Einzige Frau unter den Neustartern ist die 42-jährige Monika Trauner (Freie Wähler/Gemeinschaft). Als Lehrerin an der Mittelschule Maisach und Mutter von vier Kindern weiß sie, wo Schule und Eltern der Schuh drückt. „Die Digitalisierung muss weiter ausgebaut werden“, sagt die Schwester des Mammendorfer Bürgermeisters Josef Heckl und denkt dabei an das Digitale Klassenzimmer. Außerdem will sie sich beim Bau der neuen Mittagsbetreuung einbringen und „schauen, dass die Pläne passen“.

Auf die Frage nach seinen besonderen Interessen sagt Martin Sedlmair (CSU) : „Das Thema Bau liegt nahe.“ Denn er ist Geschäftsbereichsleiter in einer Baufirma. Der 40-Jährige will sich aber auch für die örtliche Nahversorgung stark machen. Moorenweis verfügt zwar über einen Supermarkt und einen Discounter an der Peripherie sowie über ein Lebensmittelgeschäft im Ortskern, „aber wir haben keinen Metzger mehr und keinen Markt für regionale und lokale Produkte“. Als Vater von zwei Kindern mit fünf und drei Jahren sieht sich der Dünzelbacher auch als Vertreter junger Familien.

Dass er noch keine Familie hat und sein Ehrenamt als Fußballtrainer der 1. Mannschaft beim TSV Moorenweis demnächst an den Nagel hängt, ermöglicht es Johannes Schöttl (BV), das neue Ehrenamt im Kommunalparlament anzutreten. „Ich glaube, dass der Gemeinderat nicht so zeitintensiv wird wie der Fußball“, vermutet der 30-Jährige. Er bringt einiges Vorwissen über Moorenweiser Projekte mit, denn als Verantwortlicher für Gartenbau und Tiefbau bei der Baywa in Bruck hat er schon an vielen Außenanlagen und Landschaftsbaumaßnahmen der Gemeinde mitgearbeitet.

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