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So soll das Areal bebaut werden.

Wegzug nach gescheiterter Erweiterung

Grafrath verliert große Firma an Moorenweis

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In Grafrath durfte die Firma Cabero ihre Betriebsflächen nach einem Bürgerentscheid nicht erweitern. Nun zieht der international tätige Betrieb nach Moorenweis – mit finanziell negativen Folgen für die Grafrather.

Moorenweis/Grafrath – Einen Betrag im unteren sechsstelligen Bereich spülte die Gewerbesteuer des Unternehmens für Wärmetauscher-Technik laut Grafraths Bürgermeister Markus Kennerknecht jedes Jahr in die Gemeindekassen. Darum sollte seinerzeit auch das Gewerbegebiet an der Jesenwanger Straße ins angrenzende Landschaftsschutzgebiet erweitert werden, um das Unternehmen zu halten. Das scheiterte jedoch an Protesten der Anwohner, die in einem Bürgerentscheid mündeten.

Schäffler, Cabero

Inhaber Tino Cabero hatte daraufhin angekündigt, Grafrath zu verlassen, was letztlich Moorenweis auf den Plan rief. „Die Türe, die andere zugeschlagen haben, haben wir nun aufgemacht“, sagt der Moorenweiser Vizebürgermeister Rudi Keckeis. Angeboten hatte sich dies, da ohnehin eine Erweiterung des Gewerbegebiets hinter dem Netto-Markt umgesetzt wird. Neun Parzellen auf knapp drei Hektar entstehen dort. Hauptsächlich erweitern dort Moorenweiser Firmen.

„Aber wir suchten noch ein besonderes Juwel“, sagt Gemeindechef Joseph Schäffler. Und zwar einen Betrieb, der weltweit unterwegs ist. „Mit Cabero wurde dies gefunden.“ Die Gemeinde Moorenweis war auf Cabero zugegangen, der bereits in Inning (Kreis Starnberg) und Eresing (Kreis Landsberg) nach einem neuen Firmenstandort gesucht hatte.

Das Unternehmen hat den Zuschlag für die größte Parzelle im Gewerbegebiet erhalten. Auf 7000 Quadratmetern kann sich Cabero ausbreiten. Das ist sogar mehr, als die Fläche, die ihr in Grafrath bei einer geglückten Erweiterung zur Verfügung gestanden hätte. Derzeit muss sich die Firma mit Betriebsstätten in Ungarn und China sowie in der Ampergemeinde mit 3000 Quadratmetern begnügen. Die Erweiterung hätte eine Verdoppelung vorgesehen.

In Moorenweis sollen nun ein Bürogebäude mit einer Fläche von 1400 Quadratmetern und eine Multifunktionshalle mit 700 Quadratmetern entstehen. Außerdem ist noch ein weiteres Gebäude für ein Softwareunternehmen geplant, bei dem Cabero ebenfalls Gesellschafter ist. Wann und in welcher Größe dieses Unternehmen kommt, ist derzeit aber noch offen.

Neben der Gewerbesteuer bringt der Umzug des Unternehmens den Moorenweisern auch zahlreiche Arbeitsplätze. Mindestens 200 Mitarbeiter werden im Neubau arbeiten. Cabero hält bei optimalem Verlauf und mit Ansiedlung des Softwareunternehmens sogar bis zu 300 neue Arbeitsplätze für möglich.

Der Unternehmer sieht zwar ein großes Problem: „Moorenweis hat keine Zuganbindung.“ Doch dieses Manko will der Geschäftsmann auf andere Weise wettmachen. „Wir hoffen auf Betriebswohnungen.“ Über ein mögliches Areal, auf dem das Unternehmen gut 1300 Quadratmeter an Wohnfläche realisieren will, sei er bereits in Gesprächen mit der Gemeinde, sagt Cabero.

Darüber hinaus will er seine Betriebsgebäude attraktiv gestalten und hat deshalb einen bepflanzten Innenhof vorgesehen. „Wir wollen eine Art Campus-Charakter schaffen.“ Falls Cabero damit zu einem Magneten für einen größeren Firmen-Cluster wird, hat die Gemeinde vorgesorgt. „Wir haben genügend Platz beim Gewerbegebiet“, sagt Schäffler.

Im Gemeinderat kamen die Pläne Caberos gut an. Der Bauantrag soll demnächst eingereicht werden. Derzeit laufen im Gewerbegebiet noch die Erschließungsarbeiten. Ab Juli könnte gebaut werden. Cabero will die neuen Räume Anfang 2019 beziehen. „Ein sportlicher Zeitplan“, sagt Keckeis. „Aber an der Gemeinde soll das nicht scheitern.“ 

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