156 Menschen kamen in die Moorenweiser Turnhalle, um Blut zu spenden. Wegen der Corona-Maßnahmen waren nur neun Spender gleichzeitig in der großen Halle erlaubt.
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156 Menschen kamen in die Moorenweiser Turnhalle, um Blut zu spenden. Wegen der Corona-Maßnahmen waren nur neun Spender gleichzeitig in der großen Halle erlaubt.

176 Menschen kamen

In der Moorenweiser Turnhalle: So funktioniert Blutspenden in Corona-Zeiten

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Die Bereitschaft zum Blutspenden ist hoch - trotz Lockdown. In der Mehrzweckhalle in Moorenweis zeigte sich, wie gut der Aderlass auch in Corona-Zeiten funktionieren kann.

Moorenweis – 176 Menschen kamen zum zweiten vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) organisierten Termin innerhalb weniger Monate. Mit Online-Anmeldungen und Hygienekonzept sorgte die Germeringer BRK-Bereitschaft unter der Leitung von Rudi Holzmüller für sichere Rahmenbedingungen. Die Termine seien bereits an Heiligabend komplett vergeben gewesen, freute sich der 54-Jährige. Angenehmer Nebeneffekt: Niemand musste lange anstehen – es sei denn, man kam spontan vorbei, ohne sich angemeldet zu haben. Auch das kam in 20 Fällen vor. Und da Blutkonserven derzeit knapp sind, bemühte sich das Team, niemanden wegzuschicken. „Wir brauchen ja jeden Liter Blut“, so Holzmüller.

Die Resonanz ist groß

Statt heißen Wienern gab es für Spender verpackte Semmeln. BRK-Zugführer Rudi Holzmüller half beim Einpacken.

Doch die Abstandsregeln standen über allem – mehr als neun Leute gleichzeitig durften nicht ins Gebäude. Dort verteilten sich Registrierung, eine Station zur sogenannten kleinen Blutabnahme, Kabinen für die ärztliche Untersuchung und der Bereich für die eigentliche Blutspende in der groß dimensionierten Sporthalle.

Angesichts der starken Resonanz denkt Holzmüller bereits darüber nach, für den nächsten Termin ein zweites Blutspende-Team aus München anzufordern. Dann könnten in der gleichen Zeit doppelt so viele Spender abgefertigt werden.

Der BRK-Zugführer – selbst Moorenweiser und Schwager von Bürgermeister Joseph Schäffler – ist froh, die Aktion nach mehrjähriger Pause in seinem Heimatort wieder zum Leben erweckt zu haben. Bereits zum ersten Termin im September kamen 127 Leute. „Und das, obwohl in Geltendorf zwei Wochen zuvor ein Blutspendetermin stattgefunden hatte.“

Ganze Familie ist beim Spenden dabei

Spendete zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter: Gertraud Schöttl.

Froh, wieder in Moorenweis spenden zu können, war Gertraud Schöttl aus Purk. Auch ihr Mann und ihre Tochter waren mitgekommen. Und während die drei noch auf die Registrierung warteten, ging nebenan bei der Feuerwehr die Sirene los, um die Freiwilligen zu einem Verkehrsunfall zu rufen. „Genau deswegen ist es wichtig, dass man spendet“, so Gertraud Schöttl. „Blut ist knapp. Ich hoffe, dass ich auch welches kriege, wenn ich’s mal brauche.“ Auch die BRK-Helfer selbst, wie Rudi Holzmüllers 18-jähriger Sohn Michael, legten sich zwischendurch auf die Liege, um sich vom Blutspende-Team einen halben Liter abzapfen zu lassen.

Unter Corona-Bedingungen fiel die anschließende Brotzeit etwas anders aus als gewohnt. Jeden Spender erwarteten hygienisch verpackte Semmeln, etwas Süßes und Getränke zum Selbsteinschenken. „Normalerweise gibt es heiße Wiener“, so Holzmüller. „Aber die kann man nicht einpacken.“

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