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Sie ist sechs Meter hoch: Albert Holzmüller mit seinen Enkeln Lucas und Sophia an der Agave auf dem Firmenanwesen.

In Moorenweis

Seltene Pflanze kurz vor Jahrhundertblüte

Der eigene Garten wird besonders in den Sommermonaten bei vielen Menschen zur Wohlfühl-Oase. Albert Holzmüller hat nun im Firmengarten seiner Schreinerei einen Blickfang mit echtem Seltenheitswert: Eine rund sechs Meter hohe Agave ragt dort hoch in den Himmel.

Moorenweis„Die Agave kommt hauptsächlich in tropischen Ländern vor“, erklärt Holzmüller. Sie blühe nur einmal in ihrem Leben und bis dahin können mehrere Jahrzehnte vergehen, so der Schreiner. Seit rund 30 Jahren steht die Jahrhundertpflanze – wie die Agave auch bezeichnet wird – nun im Garten der Schreinerei Holzmüller. Die Mühe des jahrelangen Überwinterns wird nun belohnt. „Sie steht kurz vor der Blüte. Innerhalb der nächsten Woche müsste es soweit sein“, vermutet der 56-Jährige.

Und das sei in Deutschland wirklich eine Besonderheit. Holzmüller hat im Internet recherchiert und nur zwei weitere Fälle gefunden, bei denen die Pflanze auf natürliche Weise zum Blühen kam. „Sonst wurde sie immer blühend aus anderen Ländern eingeflogen.“

Bis vor zwei Jahren diente die Schreinerei als Winterquartier. Mit Hilfe mehrerer starker Männer und eines Gabelstaplers schaffte man die Pflanze in die Werkstatt.

„Viele Jahre hat mein Vater sich um die Pflege der Agave gekümmert“, so Holzmüller. Die Blüte könne er leider nicht mehr miterleben. In den vergangenen zwei Jahren habe dann aus Platzgründen ein hilfsbereiter Landwirt aus Moorenweis seine Maschinenhalle zur Überwinterung zur Verfügung gestellt. „Der Transport zum Winterquartier quer durchs Dorf hat ziemlich für Aufsehen gesorgt“, sagt der Pflanzenbesitzer und lacht.

Nicht nur die aufwendigen Transportaktionen haben Aufmerksamkeit erregt. Die Agave ist bereits wichtiges Gesprächsthema im Dorf. „Manche Leute halten sogar mit dem Auto an und machen Fotos“, so Holzmüller. Bei einer Höhe von mittlerweile sechs Metern sei das kein Wunder, findet der Moorenweiser. Diese Größe habe die Agave erst seit einigen Wochen. „Pfingsten hat der Stiel angefangen zu wachsen. Dann ging es rasend schnell“, erklärt Holzmüller. Jede Woche sei die Pflanze rund einen Meter größer geworden. „Es ist imposant, was das Gewächs leistet.“

Mehrere Versuche hat der Schreiner in den vergangenen Jahren unternommen, die Agave zu verschenken. Sowohl in München als auch in Augsburg erfolgten Anfragen bei botanischen Gärten. Doch niemand war interessiert. „Die hatten wahrscheinlich keine Lust, die Pflanze abzuholen“, vermutet Holzmüller. „Hätten die gewusst, dass die Agave tatsächlich irgendwann blüht, hätten sie sie uns bestimmt aus den Händen gerissen“, sagt er schmunzelnd.

Holzmüller selbst war auch lange skeptisch, ob die Agave jemals blühen wird. Doch er hat die Hoffnung nicht aufgegeben. „Das Jahrzehnte langen Überwintern hat sich nun doch ausgezahlt“, freut sich der 56-Jährige. Die Blütezeit wird etwa zwei Wochen dauern. Danach müsse man die Agave umschneiden, so Holzmüller. „Und dann kommt sie vermutlich auf den Kompost.“

von Alexandra Müller

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