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Arbeitet bei der Polizei in München und lebt in Moorenweis: Die Polizistin Manuela Obermeier ist die Autorin der Reihe um die fiktive Kommissarin Toni Stieglitz.

Serie um Kommissarin Toni Stieglitz

Polizistin schreibt an ihrem dritten Krimi

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„Verletzung“ und „Tiefe Schuld“ heißen die ersten Bücher, die Manuela Obermeier (47) aus Moorenweis veröffentlicht hat. Dabei ist sie eigentlich Polizistin. Derzeit schreibt sie am dritten Band ihrer Krimi-Reihe rund um die fiktive Kommissarin Toni Stieglitz.

Moorenweis – Im Rückblick könnte man denken, es sei vorbestimmt gewesen, dass sie einmal ein Buch veröffentlichen wird. Schon seit mehr als 30 Jahren schreibt Manuela Obermeier.

Als Fünftklässlerin verfasste sie eine Pumuckl-Geschichte für eine Schülerzeitung. Lang ist das her. Zum Beruf hat Obermeier (47) ihre Passion nicht gemacht. Sie ist Polizistin. Aufgegeben hat sie das Schreiben aber nie. Statt um den frechen Klabauter drehen sich ihre Bücher heute um Mord, Misshandlung und eine mutige Münchner Polizistin. Manuela Obermeier ist Autorin der Toni-Stieglitz-Krimis.

Münchner Polizistin Toni Stieglitz jagt einen brutalen Frauenmörder

Vier Jahre hat es gedauert von der Idee zu ihrem ersten Band bis zur Veröffentlichung 2016, sagt sie. „Verletzung“ heißt das Buch. Es erzählt von Polizeihauptkommissarin Toni Stieglitz. Von ihrer Jagd nach einem brutalen Frauenmörder und Tonis eigener schwieriger Vergangenheit. „Ihr gewalttätiger Ex-Freund stalkt sie“, sagt Manuela Obermeier, die inzwischen verheiratet ist.

Mit Gewalt gegen Frauen kennt sie sich aus. Jahrelang hat sie beim Opferschutz der Kripo München gearbeitet. Seit acht Jahren wacht sie in der Abteilung Früherkennung über das Benehmen ihrer Kollegen.

Ihr Beruf hilft ihr beim Schreiben. „Mir bleibt viel Recherche erspart. Ich löchere nur ab und zu meine Kollegen“, sagt sie. Dabei schrieb Manuela Obermeier anfangs gar keine Kriminal-, sondern viel lieber Fantasy-Romane. Zauberhafte Welten faszinieren sie seit ihrer Jugend. Voreinigen Jahren probierte sie ein anderes Genre. Sie schuf Toni Stieglitz und ließ sie in einer übernatürlichen Welt ermitteln. Doch schon bald gingen ihr die Ideen aus. So schrieb Obermeier ein ganz unmagisches Buch.

Auch Kommissar Zufall hat bei der Suche nach einem Verlag geholfen

Nur einer „mega Portion Glück“ habe sie es zu verdanken, dass sie ihre Krimis im renommierten Ullstein-Verlag veröffentlicht, sagt Manuela Obermeier. Seit ein paar Jahren gehört sie den sogenannten „Mörderischen Schwestern“ an. Das ist – wie der Name vermuten lässt – eine Gruppe deutschsprachiger Krimi-Autorinnen. Sie tauschen sich regelmäßig aus. Bei einem Treffen 2015 erfuhr Obermeier, dass eine andere „mörderische Schwester“ einen Platz in einem Krimi-Seminar bekommen hatte. Weil sie keine Zeit hatte, sprang Obermeier an ihrer statt ein.

Ein Literatur-Agent leitete die Fortbildung. Er las ihr Manuskript und erkannte Potenzial darin. Gemeinsam mit ihm feilte Manuela Obermeier monatelang an ihrem ersten Toni-Stieglitz-Krimi. Erhalten blieb nur die Grundhandlung, ausgearbeitet hat Obermeier sie komplett neu. Mit der verbesserten Fassung fuhr der Agent zur Frankfurter Buchmesse, stellte sie einigen Verlagsvertretern vor – und kam mit einer Zusage von Ullstein zurück.

Ein Zeitungsartikel lieferte Manuela Obermeier Inspiration zu Band drei 

„Niemals habe ich damit gerechnet, dass ich für meine Bücher einen so großen Verlag finden würde“, sagt Manuela Obermeier. Im Juni ist Band zwei erschienen – ebenfalls bei Ullstein – und derzeit schreibt sie an der Fortsetzung. Meist am Wochenende oder im Urlaub. Inspiration zieht sie aus verschiedenen Quellen. Auf die Idee zu Band drei kam sie durch einen Zeitungsartikel. Verraten sei nur so viel: Wieder wird jemand ermordet.

Eine eigene Welt mit unterschiedlichen Charakteren zu erschaffen, das liebt Manuela Obermeier am Schreiben. „Es macht Spaß, mir Geschichten auszudenken und die Handlung solange weiterzuspinnen, bis sich am Ende alles zusammenfügt“, sagt sie.

Schauplatz der Toni-Stieglitz-Krimis ist München. Die Stadt, in der Manuela Obermeier aufgewachsen ist und arbeitet. Vor 14 Jahren zog sie mit ihrem Mann von Wörthsee nach Moorenweis. Dort leben sie in einem einhundert Jahre alten Haus mit ein paar Hühnern und Katzen. Fast scheint es, als hätte sich die Krimi-Autorin dort die heile Welt geschaffen, die es in ihren Büchern nicht gibt.

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