In „ihrer“ Kirche St. Bartholomäus in Steinbach: Resi Recher (79) hat 1984 das Amt als Mesnerin übernommen. „Es tut ihr schon leid, dass sie nicht mehr weitermachen kann“, sagt ihr Mann Alfred Recher. Foto: OSMAN

Steinbach

Mesnerin geht nach 35 Jahren in den Ruhestand

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Ob Sonntagsmesse, Trauergottesdienst, Krippenspiel oder Osternachtsfeier – immer hat Resi Recher dafür gesorgt, dass alles rund lief in der Kirche St. Bartholomäus in Steinbach (Gemeinde Moorenweis). Nach 35 Jahren geht die Mesnerin nun Ende Februar in den Ruhestand.

Steinbach – Bevor Pfarrer Philipp Maier mit den Gläubigen Gottesdienst feiern kann, muss Resi Recher ihre diversen Aufgaben erledigt haben – das Messgewand herrichten, die Nummern der geplanten Lieder auf die Holztafeln stecken, Wasser und Wein in kleine Kännchen füllen, den Kelch bereitstellen, die Kerzen anzünden. „In einer halben Stunde schaff’ ich alles“, erzählt die 79-Jährige. In der Sakristei liegt stets ein Zettel mit Anweisungen des Pfarrers bereit. So weiß sie, ob das violette, grüne oder weiße Messgewand gewünscht ist, und welche Lieder gesungen werden sollen. Fehler dürfen ihr keine unterlaufen, vor allem nicht an den eng getakteten Sonntagen, wenn der Pfarrer nach dem Gottesdienst in Moorenweis zur 11-Uhr-Messe nach Steinbach kommt.

Als Resi Recher 1984 das Mesneramt übernahm, hatte sie bereits einige Jahre die Kirchenwäsche gemacht – sprich, regelmäßig die Ministrantenkleider und Altardecken gewaschen. Zur Vorbereitung auf ihre neuen Aufgaben besuchte sie einen dreitägigen Lehrgang in Augsburg. Dort lernte sie vor allem den „respektvollen Umgang“ mit den liturgischen Gegenständen. „Es ist was anderes, als wenn man zu Hause das Geschirr hernimmt.“

Wer eine Kirche zu betreuen hat, der ist ähnlich angehängt wie ein Landwirt. „Man kann eigentlich nicht weg“, sagt die 79-Jährige. Im heißen Sommer des letzten Jahres war sie jeden zweiten Tag hier, um die Blumen zu gießen beziehungsweise den Blumenschmuck auszuwechseln, den sie stets auf dem Fahrrad antransportiert. Resi Recher hat das alles immer gern gemacht. Mehr noch, „man kann es lieben lernen“.

Doch Ende dieses Monats soll Schluss sein. Inzwischen gehen ihr die Dinge nicht mehr so leicht von der Hand. Ehemann Alfred, 81, hilft zwar, doch auf Leitern steigen, um Tücher oder Fahnen aufzuhängen – das machen beide nicht mehr so gern.

„Es tut ihr schon leid, dass sie nicht mehr weitermachen kann“, sagt Alfred Recher. „Aber irgendwann ist die Zeit da.“ Was lange Zeit nicht da war, war ein Nachfolger. Bereits vor einem Jahr wollte Resi Recher ihr Amt an den Nagel hängen, doch die Suche nach einem neuen Mesner zog sich. Inzwischen sind zwei Anwärter gefunden, die sich die Aufgabe teilen wollen.  os

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