Mahnfeuer am Ortsausgang von Moorenweis: Milchbauern machten jetzt erneut auf ihre Lage aufmerksam. Foto: Kiener

In der Preis-Krise

Milchbauern zünden Mahnfeuer an

Moorenweis – Kurz vor der Agrarministerkonferenz in Brüssel haben Milchbauern mit einem Mahnfeuer auf ihre miserable Lage aufmerksam gemacht. Sie drängen auf eine Mengenregulierung.

Als sich der Kreisverband des Bundes deutscher Milchviehhalter (BDM) vor 13 Jahren gründete, hatte er rund 70 Mitglieder. „Jetzt sind es nur noch gut 30“, sagt der stellvertretende Kreisvorsitzende Georg Spicker. Die Preisspirale drehe sich seit 2009 stetig abwärts – mit Ausnahme des Jahrs 2014, als der Grundpreis bei 38,5 Cent lag. „Momentan bekommen wir rund 25 Cent und können längst nicht mehr kostendeckend produzieren“, sagt Johann Schamberger, Kreischef des BDM.

Noch zehrten viele Landwirte vom guten Milchjahr 2014. Investitionen seien in der derzeitigen Situation aber so gut wie nicht möglich. Auch im Brucker Land hätten einige Betriebe aufgegeben. „Heuer rechnen wir damit, dass doppelt so viel Betriebe wie im Vorjahr die Segel streichen“, sagt Spicker und erzählt von einem aktuellen Fall: „Im westlichen Landkreis war der Bau des Freilaufstalls eines Kollegen für bis zu 80 Kühe bereits genehmigt, doch er legte das Bauvorhaben aufgrund der derzeitigen Situation auf Eis.“ Die Aufgabe der Milchviehhaltung stehe für den Berufskollegen durchaus im Raum.

Einige Landwirte steuerten der Misere mit so genannten „Milchtankstellen“, also mit Direktvermarktung, entgegen, doch: „Das bedeutet auch eine große Investition und Mehrarbeit – wir haben jetzt schon kaum Arbeitskraftkapazität übrig, es muss doch auch noch ein bisserl Zeit zum Leben übrig bleiben“, sagt Schamberger. Der BDM werde weiter in die Offensive gehen.  (akk)

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