100 Jahre TSV Moorenweis
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Festzug mit Corona-Mindestabstand: Nach dem Gottesdienst zogen die Teilnehmer von der Kirche zur TSV-Halle.

Gottesdienst, Festzug und Stehempfang

Mini-Fest zu 100 Jahre TSV – Große Party folgt 2021

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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100 Jahre TSV Moorenweis: Wegen der Corona-Krise gab es nur ein kleines Fest. Die große Party soll 2021 folgen.

Moorenweis – Die offizielle Geburtsstunde des 1500 Mitglieder starken Sportvereins schlug am 8. August 1920. 25 Gründungsmitglieder hoben den TV Moorenweis, wie er zunächst hieß, aus der Taufe. Zunächst drehte sich alles ums Turnen. Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Bereits zwei Jahre später errang die Männerriege den ersten Platz beim Kreisturnfest in Augsburg. In der Folgezeit turnten die Moorenweiser erfolgreich in München, Stuttgart, Köln, Berlin und Breslau. Sogar ein späterer Olympiasieger ging aus ihren Reihen hervor – Innozenz Stangl aus Jesenwang begann seine Turnkarriere beim TV.

Nach und nach kamen immer mehr Abteilungen hinzu: 1946 der Fußball – seitdem heißt der Verein TSV –, 1950 die Turnergarde, 1964 das Tischtennis, 1965 das Kegeln. In späteren Jahren folgten Stockschießen, Volleyball und Tennis. Eine Wanderabteilung war die einzige, die keinen dauerhaften Bestand hatte.

Vor der Halle: die Fahnenabordnung mit dem Vize-Vorsitzenden Wolfgang Vogt (Mitte).

1991 schlossen sich die Schützen dem TSV an. Sie sind zwar die jüngste unter den Abteilungen, aber eigentlich viel älter als der ganze Sportverein. Historischen Festschriften zufolge gab es die Edelweiß-Schützen in Moorenweis bereits 1776.

Über das erste eigene Sportheim konnte der TSV sich 1961 freuen. Bis dahin hatten die Turner in den Sälen von Wirtshäusern geübt. 1983 zogen sie zusammen mit den Tischtennisspielern in die Mehrzweckhalle der Gemeinde und erlebten einen Quantensprung in Sachen Trainingsbedingungen – plötzlich standen Duschen und eine Heizung zur Verfügung, sodass man im Winter nicht mehr in einer kalten Halle mit manchmal eisbedeckten Fenstern sporteln musste.

Einer, der einen großen Teil der TSV-Geschichte begleitet hat, ist Ruhestandspfarrer Philipp Maier. Er zelebrierte deshalb auf Wunsch des Vereins den Festgottesdienst. Die Begeisterung der jeweils nächsten Mitgliedergeneration sei es, die den TSV immer weitergetragen habe, lobte der 83-Jährige: „Es liegt an den Menschen.“ Wer in der Gemeinschaft Sport treibe, habe mehr Spaß als allein – und brauche weniger Selbstdisziplin, um dabeizubleiben.

Ruhestandspfarrer Philipp Maier (83) zelebrierte den Gottesdienst – er hat viele Erinnerungen an den TSV.

Pfarrer Philipp Maier weiß, wovon er spricht. Lange Jahre nahm er regelmäßig am Männerturnen teil und hat an diese Zeit viele schöne Erinnerungen – traurige allerdings auch. So starb einer seiner Sportskameraden während des Trainings an plötzlichem Herzversagen.

Aufgrund der Corona-Beschränkungen konnten keine Vertreter von befreundeten Vereinen an der Messe teilnehmen, auch nicht vom Patenverein, dem TSV Türkenfeld. Der guten Laune tat das keinen Abbruch, zumal das Wetter es gut meinte mit dem kleinen Festzug, der – mit gebotenen Mindestabständen zwischen den Teilnehmern – von der TSV-Halle zur Kirche und wieder zurück marschierte. Dort stieß man auf die 100 Jahre an – und auf die große Feier, die noch kommt.

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