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Wer wird schneller fertig? Die Telekom in Steinbach oder die Erbauer des berliner Flughafens? Thomas Groß hat eine Baugrube auf seinem Grundstück und weiß sich nur noch mit Ironie zu helfen.

Steinbacher wehrt sich gegen Telekom

Mit Spott gegen verwaiste Dauerbaustelle

Wenn die Telekom eine Baugrube aufreißt, kann es dauern, bis sie wieder zugeschüttet wird. Ein betroffener Steinbacher reagiert jetzt auf eine ganz eigene Art.

Moorenweis – Seit über einem Monat ist der Parkplatz von Thomas Groß eine Baustelle. Dabei hatte der 47-Jährige selbst nie die Telekom gerufen. Ein Nachbar hatte wohl Probleme mit seiner Telefonverbindung. Warum das Kommunikationsunternehmen allerdings ungefragt auf seinem Grundstück ein Loch buddeln ließ, ist Groß schleierhaft. „Ich saß in meinem Büro, auf einmal wird es laut und die laden einen Bagger aus“, erzählt der Steinbacher. Er ist selbstständig und ebenfalls im Baugewerbe tätig. Mit „die“ sind Subunternehmer gemeint. „Ich mach denen keinen Vorwurf“, sagt der 47-Jährige. Sie hätten lediglich ihren Job getan. Und Thomas Groß hat inzwischen auch etwas getan. Von juristischen Schritten verspricht er sich nicht viel. Statt dessen baut er auf die Kraft des Spottes. Er hat ein Transparent aufgestellt. Darauf steht: Hier baut für Sie Ihre Telekom. Fertigstellung: zeitgleich mit Berliner Flughafen 2038. Seine Gaudiaktion ist ein voller Erfolg. Seitdem wird er täglich angesprochen. Fast jeder weiß auch eine Geschichte zu erzählen, in der es um Ärger mit der Telekom geht.

Auskünfte sind von der Telekom nicht zu bekommen

„Ich wohne seit circa 25 Jahren in Steinbach und mit dem Plakat habe ich für die größte Verkehrsberuhigung seitdem gesorgt“, sagt Groß außerdem und lacht. Immer wieder bleiben Autofahrer stehen und fotografieren das Transparent. Am meisten ärgert sich der zweifache Vater über die fehlende Kommunikation seitens der Telekom – und das seit Wochen. Bei Anrufen finde er sich in der klassischen Warteschleife wieder. Nach etwas mehr als drei Wochen kam dann tatsächlich ein Telekom-Mitarbeiter auf das Grundstück des Selbstständigen. „Der hat sich bei mir entschuldigt und beteuert, dass er nichts dafür kann“, so Groß. Er meinte, er werde einen Bericht schreiben und sei wieder gefahren. Getan hat sich seitdem nichts. Auch die Schadensnummer, die Groß per SMS Anfang Juli erhalten hat, hilft ihm nicht weiter. „Ich habe für sehr vieles Verständnis“, sagt der Steinbacher. „Aber hier muss es intern wahnsinnige Strukturprobleme geben.“ Groß ist selbst Telekom-Kunde.

Baugrube hat wirtschaftliche Folgen

Die verwaiste Baustelle hat für ihn inzwischen auch wirtschaftliche Folgen. Sie blockiert zwei Stellplätze, einer ist vermietet, und wird natürlich derzeit nicht bezahlt. „Man merkt hier stark das Stadt-Land-Gefälle. In der Stadt könnte man nicht einfach so einen Bagger abladen und buddeln“, ist sich der Mann aus dem Baugewerbe sicher.

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