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Der Männergesangsverein feiert am Wochenende sein 100-jähriges Bestehen.

100 Jahre MGV

Steinbacher Sänger haben was zu feiern

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Der MGV Steinbach feiert sein 100-jähriges Bestehen. Gleichzeitig ist er einer der jüngsten Männerchöre der Region, wie Josef Schöttl mit ein bisschen Augenzwinkern berichtet.

Steinbach – Der erste Vorsitzende meint damit nicht das Alter des Chores, sondern das der Sänger. Einer ist unter 50, ein anderer sogar unter 40 – das drückt den ansonsten hohen Altersdurchschnitt.

In einer Zeit, in der Männergesangsvereine nicht unbedingt vom Nachwuchs überrannt werden, stehen die Steinbacher noch gut da. Zur Zeit der Vereinsgründung im Sommer 1919 gab es viele, die gerne mitsingen wollten. Doch Max Orelli, Dorflehrer und Gründervater des Chores, nahm eine strenge Auswahl vor. Jeder Anwärter musste einzeln vorsingen, und wer die Töne nicht traf, wurde nicht aufgenommen.

Gründer des Männergesangsvereins war der Dorflehrer Max Orelli.

Das Gründungsfoto von damals zeigt den Lehrer im hellen Anzug umgeben von zwölf ernst dreinblickenden jungen Männern mit Notenblättern in der Hand. Gerade erst waren die Männer aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrt, tief erschüttert von dem, was sie erlebt hatten. „Die Leute wollten nicht mehr schießen“, sagt Josef Schöttl. „Sie wollten singen.“ Der erste öffentliche Auftritt fand im Rahmen eines Gausängertreffens in Moorenweis statt.

Dieses Foto zeigt den Männerchor nach der Gründung vor 100 Jahren.

Neben der Musik wurde die Gemütlichkeit gepflegt. Bei besonders feierlichen Anlässen machte die „Sängerliesl“ die Runde – ein handbemaltes Bierglas ohne Henkel, in das nicht weniger als drei Liter Inhalt passten.

Heute hat der Chor 20 Mitglieder und tritt regelmäßig auf – bei Freundschaftssingen, am Karfreitag, in der Weihnachtszeit und bei den Kreissingen, von denen man seit 1949 kein einziges versäumt hat. Überschneidungen mit dem Kirchenchor gibt es zwar – das Repertoire des MGV umfasst neben weltlichen auch geistliche Lieder, einige Sänger sind Mitglied in beiden Formationen, und einen gemeinsamen Auftritt gab es auch schon. Ein Zusammenschluss stehe dennoch nicht zur Debatte, betont Josef Schöttl. „Unsere Männer wehren sich noch.“

Der große Zusammenhalt wird unter anderem an der Probenbeteiligung deutlich. Wenn am Dienstag Abend ab 20 Uhr im Vereinsheim Alte Schule geübt wird, dann sind meistens alle da. „Wenn zwei abgehen, ist es viel.“

Das liegt sicher auch daran, dass die Chemie zwischen dem Chor und seinem Dirigenten stimmt. Rupert Dellinger ist nach seinem Großvater und Vater das dritte Mitglied der Familie, das den MGV leitet. Bereits in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg begannen die Sänger, alle zwei Jahre ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen. Noch heute ist das so, auch wenn die Organisation und Inszenierung inzwischen von Außenstehenden übernommen werden. Gemeinsame Ausflüge und Radltouren stärken das Gemeinschaftsgefühl ebenfalls.

Außerdem herrscht unter den Mitgliedern keine große Fluktuation. Der letzte Neuzugang ist drei Jahre her ein – Neubürger, der Anschluss suchte und fand. „Früher kamen die Jungen mit 16 in den Chor, gleich, wenn sie in die Lehre gingen“, erzählt Schöttl. Diesen Automatismus gibt es längst nicht mehr. Sich zu verbiegen, kommt für den MGV dennoch nicht in Frage. „Es hat keinen Sinn, dass wir anfangen Gospels zu singen, um für junge Männer attraktiver zu werden“, sagt Schöttl. „Wer Gospels singen will, geht in den Gospelchor.“

So wird gefeiert:

Freitag, 31. Mai, 19.30 Uhr: Festabend im Metzgerstadl mit Bieranstichdurch Bürgermeister Joseph Schäffler. Es spielt die Blaskapelle Moorenweis.
Sonntag, 2. Juni, 8.30 Uhr: Weißwurstessen, Musik von der Blaskapelle Moorenweis, anschließend Kirchenzug, 10 Uhr: Festgottesdienst mit Totenehrung, 11.30 Uhr: Mittagessen, 13.30 Uhr: Freundschaftssingen. Abends: gemütlicher Ausklang.

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