Schlagerstar tot: Jeder kennt seinen größten Hit

Schlagerstar tot: Jeder kennt seinen größten Hit
Die Gäste aus Uganda, Ghana, Togo, Malawi und Tunesien erlebten auch, wie im Raiba-Lagerhaus in Moorenweis Qualitätsweizen für Pasta verladen wurde.

Zu Besuch bei der Raiffeisenbank Westkreis

Afrikaner lernen vom deutschen Geld- und Warenhandel

Eine afrikanische Delegation war Gast der Raiffeisenbank Westkreis Fürstenfeldbruck. Das genossenschaftliche Institut mit seinem Lagerhaus diente als Anschauungsobjekt für die Gäste aus Uganda, Ghana, Togo, Malawi und Tunesien.

Moorenweis– Der DGRV, der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband, ist seit mehr als 30 Jahren in Lateinamerika, Asien und Afrika in der Entwicklungsarbeit engagiert und fördert den Aufbau von genossenschaftlichen Systemen. In diesem Zusammenhang werden Delegationen aus dem Ausland regelmäßig nach Deutschland eingeladen. Der Besuch der Raiba Westkreis und deren Lagerhaus war von besonderem Interesse für die Delegation, da das Geldinstitut zusätzlich zum Bank- das Warengeschäft betreibt. Die Gruppe lernte so ein Modell des Zusammenspiels mit den Vorteilen für die Mitglieder und Landwirte kennen.

Nach einer Besichtigung der Bankfiliale in Geltendorf traf die Delegation im Raiba-Lagerhaus in Moorenweis ein, wo soeben zwei Lastwagen vorgefahren waren, um Qualitätsweizen für Pasta nach Oberitalien zu bringen, wie Franz Drexl informierte. „Die Raiba ist nicht nur ein Geldinstitut, sondern versorgt auch die Landwirtschaft der Region mit Saatgut, Dünge-, Pflanzenschutz- und Futtermitteln und handelt mit landwirtschaftlichen Ackererzeugnissen und Betriebsmitteln“, sagte der Lagerleiter. Dabei würden jährlich etwa neun Millionen Euro umgesetzt.

„Lohnt sich das denn für die Bank?“ wollte ein Afrikaner wissen, woraufhin Werner Seissler und sein Vorstandskollege Jochen Beier erläuterten, dass das Lagerhaus kein defizitäres Geschäft sei. Es gehe nicht nur um Gewinn, sondern um die Bewahrung von Tradition, ums Image der Bank und um Kundenbindung.

Da die Bildung von Genossenschaften helfen könnte, in ihren armen Ländern die Agrar- und Ernährungswirtschaft voranzubringen, hatte sich die 29-köpfige Delegation bei der Regionalbank über die Organisation und das wirtschaftliche Handeln informiert. Wie Christian Königsperger von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit erläuterte, unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 15 sogenannte „Grüne Innovationszentren“, die sich hauptsächlich in Afrika befinden. Dort entwickeln Fachleute mit den Bauern vor Ort Konzepte für besseren Anbau, für weniger Ernteverluste und für höhere Qualitätsstandards. Mitarbeiter dieser Zentren und weitere Partner hatten die Gelegenheit bekommen, Produktionsstätten und -zweige kennenzulernen, zum Beispiel eine Sennerei, einen Ackerbaubetrieb und eine Molkerei. Zudem wollten sie von Abläufen und Zusammenhängen im Finanzwesen und in der landwirtschaftlichen Verwaltung lernen.

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