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Blick durch die besonderen Deichsellöcher des Stadels in Purk bei Moorenweis. 

Purk bei Moorenweis

Familie will Wohnungen in einzigartigem Stadel bauen

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Eine Zier ist der alte Pfarrstadel im Moorenweiser Ortsteil Purk schon lange nicht mehr. Doch nun hat sich eine Familie gefunden, die das marode Gebäude zum Teil erhält. Den Denkmalschutz freut es, denn der Stadel weist eine im Landkreis einzigartige Besonderheit auf.

Purk –  Die länglichen Aussparungen in der Außenwand fallen sofort ins Auge. Es sind sogenannte Deichsellöcher, wie Kreisbaumeisterin Karin Volk erläuterte. Damit auch eigentlich zu lange Hänger in dem Gebäude untergestellt werden konnten, wurden einst die Anhängerdeichseln einfach durch die Löcher geführt und standen dann über das Gebäude hinaus.

Der 1846 erbaute Stadel gehört einer kirchlichen Stiftung, die Grundstücke (ehemalige Pfarrpfründe) vergibt. So ging der östliche Teil per Erbpacht an die Familie, die darin zwei Wohnungen bauen will. Kein billiges Unterfangen – auch wegen des Denkmalschutzes. Der Ausschuss für Kultur, Freizeit und Sport des Landkreises hat sich den Stadel näher angesehen, um für den im kommenden Jahr wohl folgenden Zuschussantrag für die Baudenkmalpflege besser gerüstet zu sein.

Dasein als Remise und Lager

Wie Kirchenpfleger Franz Zimmermann bei der Besichtigung erklärte, wurde der Stadel bis 1870 vom örtlichen Pfarrer verwaltet, ehe er in die Pfründeverwaltung der Diözese Augsburg überging. Danach führte das Gebäude mehr schlecht als recht ein Dasein als Remise und Lager. Wie Karin Volk berichtete, musste Mitte der 1990er-Jahre das Dach gesichert werden, weshalb die Dachkonstruktion heute noch in einem recht guten Zustand ist.

Das beinahe zwölf auf 40  Meter große Bauwerk ist für Purk prägend und bildet laut Volk mit dem Pfarrhof ein kirchlich-dörfliches Ensemble. Der Erhalt birgt Herausforderungen für die neuen Nutzer. Dem Denkmalschutz ist es laut Kreisheimatpflegerin Susanne Poller wichtig, dass der Baukörper in seiner Kompaktheit erhalten bleibt. „Das Gebäude soll von seiner Außengestaltung weiter ein Stadel bleiben.“ Das heißt, dass es kaum möglich sein wird, zahlreiche Fenster zu ergänzen. Die Ausleuchtung werde daher nicht ganz einfach werden.

Auch der Erhalt der Deichsellöcher wird laut Poller interessant. Man könne ja nicht einfach Löcher in der Wand lassen. Eine Verblendung von innen sei möglichen. So blieben die besonderen Öffnungen von außen erkennbar. 

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