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Dem Rehkitz wurde der Kopf abgetrennt.

In den Wäldern rund um Moorenweis

Wilderer schlägt wieder zu und trennt Rehkitz den Kopf ab - Jäger rätseln über den Grund

Viele kennen sie nur aus Sagen und Legenden. Doch es gibt sie noch, die Wilderer. Einer von ihnen treibt in den Wäldern bei Moorenweis sein Unwesen. Jetzt hat er wieder zugeschlagen.

Moorenweis – Freitagnachmittag, die Sonne brennt vom Himmel. Jäger Felix von Nolting geht in seinem Revier bei Purk, einem Ortsteil von Moorenweis, seiner Arbeit nach. Ein Hochsitz am Waldrand soll umgestellt werden. Er macht ein paar Schritte in den Wald und entdeckt dort etwas, was er eigentlich nie wieder sehen wollte. Auf dem Boden liegt der Körper eines Rehkitzes – ohne Kopf. Der wurde fein säuberlich abgetrennt. „Nicht schon wieder“, denkt er sich. Denn vor zwei Jahren musste er in seinem Revier genau die selbe Entdeckung schon einmal machen.

Keinerlei Blutspuren am Fundort

Felix von Nolting ist fassungslos. „Warum macht man so etwas“, fragt er sich. Denn der Körper des etwa drei Monate alten Tieres ist unversehrt. Das Fleisch, worauf es Wilderer in der Regel abgesehen haben, hätte man gut verwerten können. Der 49-Jährige hat nur eine Vermutung: Wahrscheinlich wurde das Tier durch einen Kopfschuss getötet. Durch die Entfernung des Kopfes habe der Wilderer womöglich Spuren wie Geschossreste verschwinden lassen wollen.

Wer dahinter steckt, was denjenigen antreibt und warum der Körper liegen gelassen worden ist – von Nolting kann sich keinen Reim darauf machen. Er weiß nur, dass das Kitz nicht an der Fundstelle getötet wurde. „Es gab keinerlei Blutspuren vor Ort.“

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Der Jagdpächter, der als Hegegemeinschaftsleiter Abschusspläne des Landratsamtes koordiniert oder zwischen Grundeigentümern und Jagdpächtern in insgesamt 23 Revieren im nordwestlichen Landkreis vermittelt, macht sich ernsthaft Sorgen. „Es ist doch erschreckend, dass hier ein oder mehrere Wildschützen mit einer Waffe durch die Gegend fahren und auf Tiere schießen. Das gibt ein ungutes Gefühl.“

Jäger Felix von Nolting hat das Rehkitz entdeckt.

Vor allem die Art und Weise bereitet dem Jäger Sorgen. Natürlich weiß er: Die Wilderei ist so alt wie die Jagd und es wird sie immer geben. Doch was früher aus Not und Hunger geschehen sei, passiere heute offenbar nur für den Kick, ein Tier zu töten. „Das ist eine andere Dimension.“

Was Wilderer genau antreibt, darüber kann auch Gerhard von Hößlin, Kreis-Chef des Bayerischen Jagdverbandes, nur spekulieren. Für ihn steht fest: Der Weg zum offiziellen Jäger ist gerade in Bayern lang und nicht ganz einfach. Die Ausbildung dauere rund ein Jahr und sei sehr umfangreich. Hygienevorschriften, Schießen lernen, unzählige rechtliche Aspekte oder die Ausbildung eines Jagdhundes: „Das lernt man nicht von heute auf morgen“, sagt von Hößlin. Der ein oder andere würde diesen Aufwand wohl scheuen und eben auf eigene Faust mit dem Gewehr in den Wald ziehen.

Für den Wilderer, der jetzt bei Moorenweis zugeschlagen hat, empfindet von Hößlin Verachtung. „Ein Wilderer, der etwas auf sich hält, nimmt ja das Fleisch mit.“ Von der Vorgehensweise will er die Jägerschaft ganz klar abgrenzen. „Ein Jäger tötet nicht zum Spaß“, stellt er unmissverständlich klar.

Polizei befragt Anwohner

Ob zum Spaß, als Trophäe, oder als Nahrung: Das Recht macht da keinen Unterschied. Deshalb ermittelt die von Felix von Nolting eingeschaltete Polizei jetzt wegen Jagdwilderei und Vergehen nach dem Tierschutzgesetz. Nina Vallentin, Leiterin der zuständigen Inspektion in Fürstenfeldbruck, setzt dabei vor allem auf die Anwohner. Man werde das Gespräch mit ihnen suchen. Zudem ruft die Polizei-Chefin auch Spaziergänger, Radfahrer oder Hundebesitzer, die in der Gegend unterwegs sind, dazu auf, Verdächtiges zu melden – etwa Autos am Waldrand.

Gleichwohl sei ihr natürlich bewusst, dass derartige Ermittlungen nicht einfach seien. „Deswegen sind wir dankbar für jeden Hinweis.“

Im April hat ein Reh-Vorfall am Walchensee für Aufsehen gesorgt.

tog

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