Nicht nur Neubauten werden durch das Wohnbauförderprogramm des Freistaates finanziell unterstützt. Geld gibt es auch, wenn die Kommunen Liegenschaften modernisieren, erweitern und umnutzen. 
+
Nicht nur Neubauten werden durch das Wohnbauförderprogramm des Freistaates finanziell unterstützt. Geld gibt es auch, wenn die Kommunen Liegenschaften modernisieren, erweitern und umnutzen. 

Günstiger Wohnraum: Tipps für Kommunen

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
    schließen

Auch Moorenweis beschäftigt sich mit der Frage, wie man bezahlbaren Wohnraum schaffen kann. Um den Gemeinderat über Fördermöglichkeiten zu informieren, hatte man einen fachkundigen Referenten eingeladen. Der konnte der Gemeinde Mut machen – die Konditionen für bauwillige Kommunen sind so günstig wie nie.

Moorenweis – Roland von Rebay ist Wirtschaftsinformatiker und Unternehmensberater, war auch selbst Unternehmer und ist inzwischen im Ruhestand. Heute berät der 63-Jährige aus Weßling (Landkreis Starnberg) ehrenamtlich Kommunen und hat unter anderem für seine Heimatgemeinde ein Schulbauprojekt betreut.

Im Moorenweiser Rat stellte Rebay die Möglichkeiten des Kommunalen Wohnbauförderprogramms (KommWFP) vor. Damit unterstützt der Freistaat Gemeinden bei der Schaffung von günstigem Mietwohnraum.

Es geht, wohlgemerkt, nicht um Sozialwohnungen, für die man einen Berechtigungsschein braucht, sondern um bezahlbare Wohnungen, die etwa an Kinderbetreuungs- oder Pflegekräfte vermietet werden können oder an junge Familien, die sich auf dem explodierenden Mietmarkt schwertun. Gefördert werden laut Rebay nicht nur Neubauten, sondern auch die Modernisierung, Erweiterung und Umnutzung von Liegenschaften, die eine Kommune besitzt oder erwirbt.

Für den Kauf von Grundstücken gibt es ebenfalls Zuschüsse, und auch für vorbereitende Maßnahmen wie Planungswettbewerbe, die Entwicklung von Wohnraumkonzepten oder die Beauftragung von Fachgutachten. Erstattet werden jeweils 30 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtkosten von Bauprojekten sowie dem Erwerb von Gebäuden und Grundstücken. Die Kosten für vorbereitende Maßnahmen werden sogar zu 60 Prozent vom Freistaat übernommen.

Für die bei der Gemeinde verbleibenden Finanzierungsanteile biete die Bayerische Landesbodenkreditanstalt (BayernLabo) zinsgünstige Darlehen an, berichtete Rebay. Bei zehn- bis 20-jähriger Laufzeit beträgt der Zinssatz null Prozent, bei 30-jähriger Laufzeit 0,2 Prozent. Gefördert werden auch Projekte, die im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit oder über Kommunalunternehmen realisiert werden.

Insgesamt mache das Förderpaket Kommunen handlungsfähig, so Rebay. Stelle man Mieteinnahmen und Finanzierungskosten gegenüber, könne sich schon nach zwei bis drei Jahren ein positiver Cashflow ergeben.

Eines machte der Referent aber auch klar: Mit der Beantragung von Fördergeldern sollte nicht zu lange gezögert werden, denn der Run auf die Zuschüsse ist groß, und die Fördertöpfe richten sich nach den verfügbaren Haushaltsmitteln des Freistaats.

Moorenweis will nun zügig Planungsideen entwickeln und der Regierung vorstellen. Am besten, so Bürgermeister Joseph Schäffler (CSU), nehme man dann die Förderanträge gleich mit.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare