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Haube runter: Kirchensanierung startet - große Schäden an 700 Jahre altem Gotteshaus

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Von: Ulrike Osman

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St. Laurentius in Grunertshofen ist seit zwei Jahren gesperrt. Nun startet die Sanierung.
St. Laurentius in Grunertshofen ist seit zwei Jahren gesperrt. Nun startet die Sanierung. © Osman

Seit über zwei Jahren ist die Kirche St. Laurentius in Grunertshofen gesperrt. Nun wird das Gotteshaus endlich saniert. Kirchenpfleger Werner Nau hofft, dass im Frühjahr wieder Messen dort stattfinden.

Grunertshofen – Die Schäden an dem im Kern über 700 Jahre alten Gotteshaus im Moorenweiser Ortsteil Grunertshofen hatten zuletzt ein dramatisches Ausmaß angenommen. Im Dachstuhl sind die Balken angefault, was zu einem Nachgeben der Dachkonstruktion führte. Durch den Druck auf die Gewölbeschale entstand ein Riss, der sich über das komplette Kirchenschiff zieht. Wasser drang durch das undichte Dach ins Gebäude ein. Ganze Brocken von Putz und Stuck seien mittlerweile von der Decke gefallen, berichtet Nau. Auch am Außenturm sind Schäden aufgetreten.

Der Kirchenpfleger ist froh, dass nach den langen Genehmigungs- und Planungsprozessen die Arbeiten endlich angelaufen sind. Die Kirche ist eingerüstet, die Spitze des Turms abgenommen. Nun wird der Dachstuhl erneuert und das Dach mit neuen Kupferblechen eingedeckt. Der Riss im Kirchenschiff soll zugemauert und das Gebäude mit einem neuen Außenanstrich versehen werden. Zu guter Letzt wird die – dann ebenfalls restaurierte – Zwiebel wieder auf den Turm gesetzt.

Die Spitze des Kirchturms wurde wegen der Sanierung abgenommen, berichtet Kirchenpfleger Werner Nau.
Die Spitze des Kirchturms wurde wegen der Sanierung abgenommen, berichtet Kirchenpfleger Werner Nau. © Osman

„Es ist höchste Eisenbahn“, sagt Nau, auch mit Blick auf den herannahenden Winter. Man hoffe, dass die Dacharbeiten abgeschlossen sind, bevor das Wetter zu schlecht wird. Eigentlich hätte die Sanierung bereits im Frühjahr starten sollen, doch man habe die Brutzeit der im Kirchturm lebenden Fledermäuse abwarten müssen. Zuletzt sei noch ein einzelnes Tier im Gebäude gewesen. Es wurde eingefangen, nach Adelshofen gebracht und dort freigelassen.

Ursprünglich hatte Nau gehofft, dass die Kirche zu Weihnachten wieder würde öffnen können. Nun wird es wohl Frühjahr 2022 werden. Bis dahin müssen die Grunertshofener Gottesdienstbesucher weiterhin nach Luttenwang (Gemeinde Adelshofen) ausweichen. Auch Trauerfeiern finden im Nachbarort statt, lediglich die Beerdigungen selbst auf dem Friedhof am Fuße von St. Laurentius. Momentan muss man sich dort mit Gerätschaften und Stapeln an Baumaterialien arrangieren, die neben den Gräbern lagern.

Er sei in den vergangenen zwei Jahren immer wieder gefragt worden, warum nichts weitergehe, erzählt Kirchenpfleger Werner Nau. „Es hat gedauert, bis das Ordinariat in die Pötte kam.“ Der Pfarrverband Grunertshofen/Luttenwang gehört zur Erzdiözese München und Freising, die auch den größten Teil der Sanierungskosten trägt. „Siebenstellig“, antwortet der Kirchenpfleger knapp auf die Frage nach der Höhe. Er schätzt, dass die Arbeiten mit gut einer Million Euro zu Buche schlagen werden.

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