Mit Namen beschriftete Hände kleben an einer Scheibe, im Hintergrund spielen Kinder
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Heiß begehrt sind Betreuungsplätze: Nicht alle Mädchen und Buben kommen in den Kindertagesstätten unter.

Moorenweis

Kindergartenplätze unterm Krippendach

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Moorenweis braucht dringend mehr Kindergartenplätze. Jetzt wird das Dachgeschoss der Kinderkrippe ausgebaut – eine Kompromisslösung, die im Gemeinderat nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß.

Moorenweis – Um die aktuell zwölf fehlenden Plätze auszugleichen, werden als Sofortmaßnahme bestehende Kapazitäten in der Krippe genutzt. Es wurde eine gemischte Gruppe aus älteren Krippen- und jüngeren Kindergartenkindern gebildet: das wurde von der Kindergartenaufsicht als Übergangslösung genehmigt.

Doch der Bedarf an Betreuungsplätzen wird weiter steigen. Die Innenverdichtung in Moorenweis, der Bauboom in den Ortsteilen, die mögliche Schaffung weiterer Baugebiete und die Tatsache, dass hauptsächlich junge Familien zuziehen, dürfte einen Mehrbedarf von mindestens einer weiteren Kindergartengruppe nach sich ziehen. „Gerade im Rahmen der Nachverdichtung verdoppelt sich die Anzahl der Familien pro Grundstück konstant“ heißt es von der Verwaltung.

Der Ausbau des Dachgeschosses der Krippe könne den Mangel für die nächsten Jahre ausgleichen. Die Maßnahme ließe sich schnell realisieren und würde mit Kosten von knapp 590 000 Euro die Gemeindefinanzen nicht über Gebühr strapazieren, zumal mit staatlicher Förderung gerechnet wird. Eine weitere Kindergartengruppe soll im Anbau der Mehrzweckhalle untergebracht werden, der für die Mittagsbetreuung errichtet wird.

Blick nach draußen

Martin Sedlmair (CSU) war trotzdem „nicht so glücklich“ mit dem Kompromiss. Aus dem Dachgeschoss hätten die Kinder keinen Blick nach draußen und im Sommer unter Umständen ein Hitzeproblem, denn zur Belichtung werde man Dachflächenfenster einbauen müssen. Auch Michael Vogt (Bürgervereinigung) störte die Lage im obersten Stockwerk. Zudem befürchtete er, ein eigentlich geplanter Kindergartenneubau könnte ad acta gelegt werden. Dem widersprach Bürgermeister Joseph Schäffler (CSU). Man werde den Neubau weiterplanen, müsse dafür aber Zeit gewinnen.

Erzieherin Ingrid Hoiß, die im Zuschauerraum saß und Rederecht erhielt, wies auf weitere Schwierigkeiten hin. „Der Dachgeschossausbau geht schnell, bringt uns aber auf Dauer nicht viel.“ Denn im gesamten Gebäude werde es immer schwerer, alle Auflagen zu erfüllen. Und durch die Verlegung einer Vorschulgruppe in den Anbau der Mittagsbetreuung werde der Kindergarten auseinandergerissen. „Es ist eine sehr schwierige Situation.“

Der Kindergartenaltbau habe nicht „das ewige Leben“, räumte Dritter Bürgermeister Christoph Gasteiger (CSU) ein. „Aber wir brauchen Handlungsspielraum.“ Man werde sich sicher nicht zurücklehnen, sondern die gewonnene Zeit für die Planung des Neubaus nutzen. Eine Mehrheit von 10:3 votierte schlussendlich für den Dachgeschossausbau.

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