Die 100-jährige Maria Schmid mit Maria Sporer (l.), Genoveva Regnier, Joseph Schäffler und Josef Schmid (r.). Foto: os
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Die 100-jährige Maria Schmid mit Maria Sporer (l.), Genoveva Regnier, Joseph Schäffler und Josef Schmid (r.).

Jubilarin feiert im kleinen Kreis

Pandemie – wie bei ihrer Geburt vor 100 Jahren

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Als Maria Schmid 1920 auf die Welt kam, wütete in Europa die Spanische Grippe. Es waren Pandemie-Zeiten, genau wie jetzt, nur hatte man die Situation bei Weitem nicht so gut im Griff.

Moorenweis/Dünzelbach - Viele Menschen starben, Arbeitskräfte fehlten, Ernten konnten nicht eingebracht werden. In Maria Schmids ersten Lebensjahren herrschten Hunger und Not.

Vor wenigen Tagen hat sie ihren 100. Geburtstag gefeiert. Dünzelbach war immer der Mittelpunkt ihrer Welt. Hier wuchs Maria Schmid in einer Landwirtschaft auf, hier heiratete sie und zog ihre vier Kinder Josef, Maria, Franz und Genoveva groß. Ihre Ausbildung in Hauswirtschaft und Landwirtschaft hatte sie zuvor in Landsberg absolviert. Mit ihrem 17 Jahre älteren Ehemann betrieb sie einen kleinen Bauernhof in ihrem Heimatort.

Früh wurde Maria Schmid Witwe – ihr Mann starb bereits 1974. Es war innerhalb von kurzer Zeit der zweite Todesfall in der Familie. Elf Monate zuvor war Franz, der jüngere der beiden Söhne, bei einem Autounfall auf dem Weg zu seiner Einsatzstelle bei der Bundeswehr ums Leben gekommen. Er wurde nur 20 Jahre alt.

Heute lebt Maria Schmid bei ihrem Sohn Josef und seiner Frau. Sie ist pflegebedürftig, schaut aber noch mit wachen Augen in die Welt, steht jeden Tag auf und nimmt am Leben teil. Die frühen Jahre ihres Ruhestands hat sie in vollen Zügen genossen. Sie war aktiv im Frauenkreis, nahm an zahlreichen Ausflügen teil, hatte Freude an Kaffeekränzchen und Festlichkeiten. Einmal reiste sie nach Paris, um ihre Tochter Genoveva zu besuchen, die dort verheiratet ist. Josef Schmid glaubt, dass diese Jahre die schönste Zeit im Leben seiner Mutter war.

Zehn Enkel und elf Urenkel gehören heute zu Maria Schmids Familie. Zum 100. Geburtstag gab es eine Kaffeetafel. Bürgermeister Joseph Schäffler schaute mit einem Geschenkkorb, Blumen und Glückwünschen der Gemeinde vorbei.  os

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