Sandra Erling kümmert sich um Hunde. Das Veterinäramt sieht darin allerdings eine nicht genehmigte Einrichtung ähnlich eines Tierheims.  Foto: Daschner
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Sandra Erling kümmert sich um Hunde. Das Veterinäramt sieht darin allerdings eine nicht genehmigte Einrichtung ähnlich eines Tierheims.

Moorenweiserin ist frustriert

Tierschützerin muss Hundepflege aufgeben

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Seit 15 Jahren ist Sandra Erling im Tierschutz aktiv. Sie hat ein Anwesen in einem Wald bei Moorenweis bezogen, um dort Hunde zu betreuen. Das Veterinäramt sieht darin aber eine nicht genehmigte tierheimähnliche Einrichtung.

  • Ihre Liebe zu Tieren hat für Sandra Erling aus Moorenweis teure Konsequenzen.
  • Das Veterinäramt wirft ihr vor, eine nicht genehmigte tierheimähnliche Einrichtung zu betreiben.
  • Der Frust bei der engagierten Tierschützerin ist nun groß.

Moorenweis – 2000 Euro Zwangsgeld muss Erling bezahlen, zuzüglich Gebühren und Portoauslagen. Die Rechnung vom Landratsamt beläuft sich auf gut 2235 Euro. Der Grund: Im Januar hatte das Amt der Moorenweiserin untersagt, eine Tierheim-ähnliche Einrichtung auf ihrem Grundstück zu betreiben. Weil sie weiterhin Hunde betreut, wurde das Zwangsgeld nun vollstreckt, verbunden mit einer Androhung von weiteren 4000 Euro Zwangsgeld, wenn sie die Tierhaltung in dieser Form nicht aufgibt.

Ich bin am Boden zerstört und verstehe die Welt nicht mehr.

Sandra Erling

„Ich bin am Boden zerstört und verstehe die Welt nicht mehr“, sagt Erling. Sie sieht sich selbst nicht als Tierheim, sondern als Pflegestelle für die Hunde. Zusammen mit ihren drei eigenen Hunden leben auf dem Hof unter anderem auch Vierbeiner von Familien, die in Not geraten sind – zum Beispiel weil sich das Herrchen in Reha befindet. Daneben kommen auf dem Gelände auch Tiere unter, die der Verein Happy Animals aus Rumänien einführt und die hier vermittelt werden sollen. Erling ist 3. Vorsitzende des Vereins.

Das Veterinäramt sieht das jedoch anders. Demnach würden in einem Tierheim typischerweise eine größere Anzahl von Tieren untergebracht, um diese nach Möglichkeit in kürzeren Zeiträumen an neue Halter zu vermitteln. „Pflegestellen sind keine tierheimähnlichen Einrichtungen, wenn die Tiere durch Personen in deren Wohnung betreut werden“, sagt Ines Rollecke, Sprecherin des Landratsamtes, auf Tagblatt-Nachfrage.

Im Falle von Erling hätten Veterinäramtschef Hans Werner Merk und seine Mitarbeiter Anfang Oktober – ohne Berücksichtigung der eigenen Tiere der Familie – mehr als zehn Hunde auf dem Gelände vorgefunden. Diese sollten vermittelt werden. „Eine vollständige Betreuung in der Wohnung konnte bei den Kontrollen nicht festgestellt werden“, sagt Roellecke.

Amt moniert außerdem die Haltung der Tiere

Erling hält dagegen, dass sie die Hunde artgerecht in einem Rudel hält. Den Vierbeinern stehe ein 4000 Quadratmeter großes, eingezäuntes Grundstück zum Toben und Spielen zur Verfügung. Außerdem dürften die Hunde jederzeit im Haus aus- und eingehen. „Den Hunden geht es gut“, sagt auch Sandra Erlings Bruder Andreas, der seiner Schwester bei der Betreuung der Tiere hilft. „Das sieht man auch daran, dass es innerhalb des Rudels keine Aggressionen gibt.“

Doch laut Amt entspricht die Haltung nicht der Tierschutz-Hundeverordnung. „So wurde ein Teil der Hunde in einem Raum ohne ausreichend Tageslichteinfall und mit unzureichender Belüftung gehalten“, sagt Roellecke. Die Hundehütten im Freien, die Erling angeschafft hat, seien zudem nicht geeignet, dass Hunde darin warm gehalten werden könnten. Auch kritisiert das Amt das Fehlen von Quarantäneeinrichtungen wie Zwingern, um kranke oder unverträgliche Tiere abzusondern.

Nach Ansicht des Veterinäramts ist durch die Umstände eindeutig belegt, dass Erling trotz Untersagung eine tierheimähnliche Einrichtung unterhält. Erling wiederum versteht nicht, warum sich das Amt so auf sie eingeschossen habe, „obwohl ich versuche, etwas Gutes zu tun“. Seit sie im Tierschutz arbeite, würde ihr das Gefühl vermittelt, sie sei eine Straftäterin. Wenn sie nun auch noch das Zwangsgeld zahlen müsse, dann gehe ihr Verein Happy Animals kaputt. Erling: „Dann höre ich auf.“

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