Ein Wochenmarkt in München.
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Ein Wochenmarkt in München.

Nahversorgung

Moorenweis tüftelt an der Einführung eines Wochenmarkt

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Ein Metzger und ein Wochenmarkt – das fehlt den Moorenweisern für ihre Nahversorgung. Nun wird geschaut, ob ein Markt etabliert werden kann.

Moorenweis – Die Gemeinde ist in Sachen Einkaufsmöglichkeiten besser aufgestellt als die meisten ihrer Nachbarn. Doch bei der Versorgung mit frischen, regionalen Lebensmitteln ist Luft nach oben. Mit den Möglichkeiten, einen Wochenmarkt ins Leben zu rufen, soll sich nun eine Arbeitsgruppe beschäftigen. Sie wird aus Bürgermeister Joseph Schäffler (CSU), seinen Stellvertretern Rudi Keckeis (Bürgervereinigung/BV) und Christoph Gasteiger (CSU) sowie Gewerbereferent Michael Leib (CSU) bestehen.

Umfrage des Regionalmanagements

Keckeis hatte in seinem Wahlprogramm im Frühjahr angekündigt, sich für einen Wochenmarkt einsetzen zu wollen. Nun ergab eine vom Regionalmanagement des Landratsamts durchgeführte Haushaltsbefragung im westlichen Landkreis, dass er damit bei den Bürgern einen Nerv trifft. Demnach wünschen sich 78 Prozent der Moorenweiser zusätzliche Angebote der Nahversorgung. „Besondere Priorität wird dabei einem lokalen Metzger eingeräumt sowie der Möglichkeit, frische Waren auf einem Wochenmarkt zu erwerben“, heißt es in der Zusammenfassung der Umfrageergebnisse, die Michaela Bock als Vertreterin des Landratsamts dem Gemeinderat präsentierte. Die Arbeitsgruppe soll sich Gedanken über einen möglichen Standort und Wochentag machen sowie Kontakt zu in Frage kommenden Händlern aufnehmen.

Im Gemeinderat – der angesichts der jüngsten Coronazahlen wieder in der Mehrzweckhalle tagte – wurden allerdings auch Zweifel laut, ob der Vorstoß langfristig erfolgreich sein werde. „Ein Wochenmarkt zieht eine bestimmte Klientel an“, gab Michael Vogt (BV) zu bedenken. „Aber ob das reicht?“

Hat Türkenfeld ein Geheimrezept?

Ein positives Beispiel gibt es in Türkenfeld. Ob man dort ein Geheimrezept habe, fragte Gerti Riedl-Steininger (BV). Immerhin sei der Türkenfelder Markt seit Jahren etabliert. Eine wichtige Rolle spiele sicher der Standort, meinte Michael Vogt. In der Nachbargemeinde ist das der Schlosshof, der für den Markt ein schönes Ambiente bietet.

In Moorenweis kommt für Rudi Keckeis der Platz vor dem Rathaus in Frage. Er hätte eine ausreichende Größe und würde den Händlern gute Anfahrtsmöglichkeiten bieten. Wichtig sei es aber auch, einen für die Kunden attraktiven Zeitraum zu finden, betonte Bürgermeister Schäffler, etwa Freitagnachmittag oder Samstagvormittag. Die Frage werde sein, ob man für diese Zeiten genügend Händler bekomme.

Neben dem Ambiente und dem Warenangebot müsse ein Wochenmarkt mehr bieten, um auf Dauer zu bestehen, betonte Michaela Bock. Das können Kaffee und Kuchen sein oder Weißwürste. Auch Keckeis sieht das so. Beim Einkaufen gehe es vielen nicht mehr nur um „die Beschaffung von Nahrungsmitteln auf schnellstmöglichem Weg“. Ob sich ein Metzger in Moorenweis ansiedelt – darauf hat die Gemeinde wenig Einfluss.

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