Einmal im Jahr grillt der Club Makrelen über glühenden Holzkohlesträngen.

Moorenweis

Verein fast vergessen – doch die Steckerlfisch-Tradition lebt weiter

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Der RBC Moorenweis tritt nur einmal im Jahr öffentlich in Erscheinung – beim Steckerlfischgrillen am letzten Freitag im Juli. Das war nicht immer so. In der Vergangenheit hat der aus einer Bierlaune entstandene Club im Dorf für eine Menge Spaß gesorgt.

Moorenweis– „Alles begann an einem Samstag im Februar 1978“, erinnert sich Schriftführer Franz Seiler. Bei herrlichem Winterwetter trafen sich ein paar Leute an der sogenannten Moorenweiser Wasserreserve und bauten ein Schneekänguruh. „Das stimmt wirklich“, fügt Seiler hinzu. Nach dieser kreativen Leistung leerte man ein paar Flaschen Bier und kam auf die Idee, einen Club zu gründen. Passend zur Örtlichkeit bekam er den Namen Reserv-Bar-Club, kurz RBC.

Die 28 Mitglieder richteten sich ihren Treffpunkt mit Bänken, Fahnenmast, Feuerstelle und Grill her. Bei der Eröffnungsfeier trugen sogar alle ein mit dem Club-Kürzel bedrucktes T-Shirt. Oft gönnten sich die RBC-ler nach Disco-Besuchen in Kottgeisering oder Tanzabenden in Türkenfeld an ihrem Treffpunkt noch ein nächtliches Bierchen und ein paar Würstl.

Der Club beteiligte sich an vielen Veranstaltungen im Dorf und setzte auch eigene Highlights. 1986 holte man Fredl Fesl für ein Konzert in die Mehrzweckhalle. Ein Jahr später veranstaltete der RBC nach dem Vorbild der gleichnamigen Fernsehsendung das erste Moorenweiser „Spiel ohne Grenzen“, bei dem Vereine in Spaß-Wettkämpfen gegeneinander antraten.

„Besonderen Anklang bei den zahlreichen Zuschauern fand ein Spiel, bei dem sich zwei Teilnehmer auf einem Kanalrohr über einem Wasserbecken gegenüber saßen und versuchen mussten, sich gegenseitig mit einem Heusack herunterzustoßen“, erinnert sich Franz Seiler. „Nach dem Riesenanklang wurde das ‘Spiel ohne Grenzen’ für die nächsten 15 Jahre fester Bestandteil im Moorenweiser Veranstaltungskalender.“ Einmal baute man einen 20 mal acht Meter großen Pool auf dem Sportplatz auf. „Das war zur damaligen Zeit eine absolute Sensation.“

Inzwischen sind die 23 verbliebenen RBC-Mitglieder um die 60 und treffen sich privat immer noch gerne. Die öffentlichen Veranstaltungen aber haben sie eingestellt – bis auf das jährliche Steckerlfischessen. Nach dem Vorbild des Münchner Oktoberfests werden einmal im Jahr Makrelen gegrillt – ganz traditionell an Holzstecken über glühenden Holzkohlesträngen.

Das passiert in diesem Jahr am Freitag, 31. Juli, vor dem Jagdstadel beim Wertstoffhof. Allerdings können die Fische aufgrund der Corona-Beschränkungen nur vorbestellt und zum Preis von elf Euro abgeholt, nicht aber vor Ort verspeist werden.  os

Vorbestellungen

sind noch bis zum 12. Juli bei Monika und Gerhard Feuchter unter Telefon (0 81 46) 71 97 möglich.

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