Joseph Schäffler im Sitzungssaal. Er lud zur digitalen Bürgerversammlung.
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Joseph Schäffler im Sitzungssaal. Er lud zur digitalen Bürgerversammlung.

Moorenweis

Rund 40 Teilnehmer bei virtueller Versammlung: Bürger loben Digital-Info

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Über die Lage der Gemeinde berichten und Fragen der Bürger beantworten – das tut Rathauschef Joseph Schäffler (CSU) normalerweise bei den jährlichen Bürgerversammlungen in jedem Moorenweiser Ortsteil. Heuer lud er pandemiebedingt erstmals zu einer virtuellen Bürgerinformation ein. Sie lief im Prinzip genauso ab wie die Präsenzveranstaltungen, nur effizienter.

Moorenweis – 45 Minuten lang referierte Schäffler. Er präsentierte Bevölkerungs-, Kinderbetreuungs- und Haushaltszahlen, gab einen Ausblick auf Projekte und berichtete Aktuelles. So kündigte er an, in der Mehrzweckhalle eine Corona-Teststation einrichten zu wollen, die schnell in Betrieb gehen könnte.

Zuwachs erwartet der jüngst gestartete Moorenweiser Wochenmarkt. Mitte Mai dürften weitere Stände hinzukommen, so Schäffler. Neues berichtete er auch über die geplante „neue Dorfmitte“, die auf der Dellinger-Wiese entstehen könnte. Man stehe in Verhandlungen mit dem Eigentümer. Es sei denkbar, das Grundstück der Alten Schule als Tauschobjekt anzubieten. In der neuen Dorfmitte soll unter anderem ein Sozialzentrum entstehen.

Planungen für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf einem Gemeindegrundstück in der Möwenstraße laufen. Ähnliches solle auch in den Ortsteilen realisiert werden, kündigte der Bürgermeister an.

Kritik an Kreuzung

Bei den Bürgerfragen ging es vor allem um das Thema Verkehr. Christian Schellmann sprach sich dafür aus, die Rechts-vor-Links-Regelung an der Kreuzung Möwen- und Angerstraße aufzuheben. „Sie ist gut gemeint, aber sie funktioniert nicht.“ Fast niemand halte sich daran, bestätigte Anwohner Wolfgang Trauner. „Die Angerstraße ist eine Rennstrecke.“ Es werde gerast „als wär’s eine Autobahn“. Schäffler will die Stelle bei der nächsten Verkehrsschau mit Fachleuten begutachten.

Sicher zur Apotheke

Die Frage nach einer Querungshilfe vor der Apotheke taucht bei fast jeder Moorenweiser Bürgerversammlung auf, so auch in der virtuellen Version. Diesmal aber kam ein neuer Aspekt zur Sprache. Galt die Genehmigung einer Fußgängerampel auf der Staatsstraße bis dato als ausgeschlossen, weil die erforderliche Mindestanzahl an Querungen bei Weitem nicht erreicht wird, so wusste Trauner von einem Gegenbeispiel zu berichten – einem Ort mit ähnlichen Strukturen wie Moorenweis, der unter ähnlichen Voraussetzungen eine Querungshilfe habe realisieren können. „Die Anzahl der Querungen ist egal, wenn die Gemeinde selbst die Kosten trägt“, wollte Trauner erfahren haben. Er könne den Kontakt vermitteln.

Blühflächen anlegen

Ein Angebot an die Gemeindeverwaltung kam auch von Harald Baumann. Es bezog sich auf die Blühflächen, die die Gemeinde plant. Es gebe eine Gruppe von Bürgern, die sich an der Umsetzung beteiligen und die gerne auch in die Planungen einbezogen werden würden.

Bäume gießen

Zweiter Bürgermeister und Umweltreferent Rudi Keckeis (Bürgervereinigung) hatte gleich eine Aufgabe für die Freiwilligen – das Gießen der 26 neu gepflanzten Bäume auf dem Gemeindegebiet.

Trotz gelegentlicher Tonausfälle kam das virtuelle Format bei den rund 40 Teilnehmern gut an, wie die Wortbeiträge und Kommentare im Chat zeigten. Trauner schlug sogar vor, Bürgerversammlungen künftig als Hybridveranstaltungen durchzuführen – als Präsenztermin und Livestream. „Das wäre ideal für Leute, die abends nicht mehr als dem Haus gehen wollen.“

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