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Kameradschaft seit 150 Jahren: Verein feiert Jubiläum

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Von: Ulrike Osman

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Fahnenabordnung am Kriegerdenkmal Moorenweis.
Fahnenabordnung am Kriegerdenkmal Moorenweis. © mm

150 Jahre sind ein stolzes Alter für einen Verein. Die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Moorenweis begeht am Sonntag, 9. Oktober, den runden Geburtstag mit Kirchenzug, Gottesdienst und Feier in der TSV-Halle.

Moorenweis – Gegründet wurde der Verein, wie so viele seiner Art, nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71. Treibende Kraft war der Wagnermeister und Kriegsveteran Xaver Westner aus Eismerszell, unterstützt vom königlich-bayerischen Gendarmerie-Stations-Kommandanten Johann Leidner. Am 27. Oktober 1872 fand im damaligen Gasthaus Silbernagl (später Gasthaus Schamberger) die Gründungsversammlung statt. In den Vereinsausschuss wurden Vertreter aus Dünzelbach, Hausen, Geltendorf, Adelshofen und Luttenwang gewählt, denn die Kriegsteilnehmer all dieser Orte schlossen sich den Moorenweisern an.

Aktuell sind es 320 Mitglieder

Bereits im folgenden Jahr wurde eine Fahne angeschafft. Sogar eine eigene Musikkapelle hatte der Verein, deren Leitung der umtriebige Xaver Westner übernahm. Um die Errichtung eines Kriegerdenkmals hatte sich bereits eine andere Gruppe gekümmert. So konnte die Muttergottesstatue samt einer Gedenkplatte mit den Namen von 32 Kriegsteilnehmern bereits am 21. November 1872 geweiht werden.

Die beiden Linden, die noch heute das Denkmal umrahmen, stammen wahrscheinlich auch aus dieser Zeit. Alljährlich am Volkstrauertag findet hier ein Gottesdienst mit Totengedenken statt, während der Kriegerjahrtag am ersten Fastensonntag reihum in Moorenweis, Eismerszell, Steinbach und Purk begangen wird.

Fahne versteckt

Die Geschichte des Vereins verlief nicht ohne Brüche. Mit der Machtergreifung der Nazis wurde seine Selbstständigkeit stark beschnitten, er sollte sogar zu einer SA-Reserve werden. Daraufhin zogen sich viele Mitglieder zurück. Die bereits kurz nach der Gründung angeschaffte Fahne versteckte man im Pfarrhof.

Nach 1945 waren Krieger- und Soldatenvereine zunächst verboten. Im März 1952 kam es zur Wiedergründung und einer Umbenennung in Krieger- und Soldatenkameradschaft. So konnten später auch Reservisten der Bundeswehr beitreten. Bis erstmals ein aktiver Soldat – in Gestalt des Majors Horst Baumann – den Vorsitz übernahm, sollte es aber noch bis 1973 dauern.

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Aktuell hat der Verein 320 Mitglieder, darunter 37 Frauen. Er beteiligt sich am jährlichen Ramadama der Garten- und Blumenfreunde Moorenweis und hat die Sammlungen für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wieder aufgenommen, die lange Jahre von den Soldaten des Brucker Fliegerhorsts durchgeführt wurden. Zehn Prozent der gesammelten Spenden darf die KSK behalten. Auf 500 Euro aufgestockt, unterstützt der Verein mit diesem Geld soziale Einrichtungen in der Gemeinde. Er beteiligte sich auch an den Kosten für die Restaurierung des sogenannten Russengrabes im Kirchenfriedhof. Hier ist der 1918 in Brandenberg verstorbene Kriegsgefangene Pavel Artemof bestattet.

Stolz ist man in der KSK darauf, dass die alte Vereinsfahne noch existiert und nach etlichen Restaurierungen sogar noch in Gebrauch ist.

Die Zeiten der eigenen Musikkapelle sind allerdings lange vorbei. Mittlerweile wird es immer schwieriger, für Beerdigungen von Vereinsmitgliedern auch nur einen einzelnen Hornisten aufzutreiben. Inzwischen kommt die Musik von einer CD.

Das Programm

Sonntag, 9. Oktober: ab 9 Uhr: Empfang der Vereine vor der TSV-Halle, es spielt die Blaskapelle Moorenweis; ab 9.30 Uhr: Aufstellung zum Kirchenzug; ab 10 Uhr: Gottesdienst in St. Sixtus, anschließend Gedenken am Kriegerdenkmal; ab 12 Uhr: Mittagessen in der TSV-Halle, Beisammensein, Kaffee und Kuchen, es spielt die Blaskapelle Moorenweis

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