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Bürgermeister Joseph Schäffler

Bürgerversammlung

Moorenweiser kritisieren Wachstum

Das Wachstum der Gemeinde und die zunehmende Verkehrsbelastung – diese beiden Themen lagen den Moorenweisern in der Bürgerversammlung am meisten am Herzen. Kritisiert wurden der Flächenfraß und Anonymität im Ort.

MoorenweisNach einem gut einstündigen Bericht in der voll besetzten TSV-Halle sah sich Bürgermeister Joseph Schäffler (CSU) mit diversen kritischen Fragen konfrontiert. Um mehr als 26 Hektar Wohn- und Gewerbeflächen ist Moorenweis in den vergangenen gut 20 Jahren gewachsen, hatte eine Bürgerin ausgerechnet. „53 Fußballfelder wertvollstes Ackerland“ seien dadurch verloren gegangen. „Diesen Verbrauch kann man nicht so weitermachen.“

Ein anderer Zuhörer kritisierte den „Flächenfraß“ ebenfalls. Durch die Gewerbeansiedlungen am Ortsrand habe das Dorf „kein schönes oberbayerisches Erscheinungsbild“ mehr, und innerhalb der Bevölkerung finde Entfremdung statt. „Man kennt und grüßt sich nicht mehr in Moorenweis.“

Für diese Aussagen kam heftiger Gegenwind von Schäffler und seinem Stellvertreter Rudi Keckeis. Ein durchschnittliches Wachstum von 0,8 Prozent in den letzten acht Jahren sei nicht unverhältnismäßig, so Schäffler. Im Übrigen bemühe man sich auch um Innenverdichtung. Wenn man Einrichtungen wie Arztpraxen, Schule und Apotheke halten wolle, müsse der Ort sich kontinuierlich entwickeln dürfen, ergänzte Keckeis. „Der Gemeinderat ist sich seiner Verantwortung wohl bewusst. Ich bin verwundert, dass Moorenweis sich so der Kritik aussetzen muss.“

Die Flächen östlich des Gewerbegebiets Krautgärten sind bereits für weitere Firmen vorgesehen. Die bevorstehende Ansiedlung des international tätigen Unternehmens Cabero auf 7000 Quadratmetern ist aus Sicht des Rathauses ein gelungener Coup, wird aber nicht von allen Bürgern begrüßt. „Ob Moorenweis das braucht, ist fraglich“, so die Aussage eines Zuhörers, zumal mit zusätzlicher Wohnbebauung für die Mitarbeiter des Unternehmens gerechnet wird.

Edeka-Neubau ein„hässlicher Klotz“?

Auch der Neubau des Edeka-Supermarktes am östlichen Ortsrand stößt offenbar nicht auf ungeteilte Begeisterung. „Abscheulich“ fand ein Bürger den emporwachsenden „Klotz“. „Muss das so groß sein – und so hässlich?“ Schäffler entgegnete, Edeka wolle sich mit dem neuen Markt für die nächsten Jahrzehnte aufstellen.

Thema weiterer Bürgerfragen war der zunehmende Verkehr – sowohl der von Auswärtigen verursachte als auch der hausgemachte. „Mit jeder neuen Gewerbeansiedlung und jedem neuen Baugebiet kommt mehr Verkehr“, kritisierte ein Anwesender.

Schäffler wies auf die Umgehungsstraße hin, die dem Landkreis und der Gemeinde mittelfristig vorschwebt. Bis dahin sei es „nicht so einfach“, den Verkehr auf der Kreisstraße auszusperren.

Eine Absage erteilte der Bürgermeister einer gewünschten Querungshilfe auf Höhe der Apotheke. Dafür fehlen die Voraussetzungen, wie eine Verkehrszählung ergeben habe.

Auch ein Geh- und Radweg entlang der Albertshofener Straße in Richtung Tennis- und Sportplatz kommt vorläufig nicht. Das Projekt sei zurückgestellt, bis die Straße insgesamt ausgebaut werde, so der Gemeindechef. Weiter verfolgt werden aber Radwege nach Grafrath und nach Jesenwang.

Lob für Bänke und Tempo-Messgeräte

Vage blieb Schäffler bei einer Frage nach der Zukunft der Gemeindebücherei im Rathaus. Sie bleibt geschlossen, bis die Verlegung des Sitzungssaals und damit einhergehende Brandschutzmaßnahmen abgeschlossen sind. Danach sei eine Kooperation mit der Schulbücherei vorstellbar. Lob gab’s von den Bürgern für neue Sitzbänke im Ort und die neuen Geschwindigkeitsmessgeräte. (Ulrike Osman)

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