+
Sie wollen die Pfarrei St. Sixtus dem Papst präsentieren: Kirchenpflegerin Ulrike Kaninke-Schiel und Pfarrer Philipp Maier freuen sich über die vielen Likes bei Facebook. 

St. Sixtus in Moorenweis

Pfarrei macht bei Wettbewerb mit: Per Facebook direkt zum Papst

  • schließen

Dass Papst Franziskus in Rom schon mal von der Pfarrei St. Sixtus in Moorenweis gehört hat, darf man getrost bezweifeln. Doch das könnte sich ändern. Die Pfarrei macht nämlich bei einem Wettbewerb der Facebook-Seite Vatican News mit. Der Gewinner wird dem Papst vorgestellt - und Moorenweis hat gute Chancen.

Moorenweis„Stell Papst Franziskus deine Pfarrei vor!“ lautet der Titel des Wettbewerbs. Wer mitmachen will, beschreibt in einem kurzen Text seine Kirchengemeinde und lädt ein paar Fotos hoch. Ulrike Kaninke-Schiel hat das für Moorenweis getan. Sie ist seit kurzem Kirchenpflegerin in Eismerszell, dessen Filialkirche St. Georg ebenfalls zum Moorenweiser Pfarramt gehört. „Ich fand, dass der Wettbewerb eine witzige Idee ist.“ So ergriff die 36-Jährige die Gelegenheit, den Besuchern der vatikanischen Facebook-Seite zu erzählen, was die Pfarrgemeinde St. Sixtus ausmacht.

Wertvolle Fresken

Da ist zum einen die schöne Moorenweiser Barockkirche mit ihren wertvollen Fresken. Da ist die Tatsache, dass Pfarrer Philipp Maier seit 50 Jahren unermüdlich hier seinen Dienst tut und trotz des Schwundes an Kirchgängern die Sonntagsmesse nach wie vor gut besucht vorfindet. Da ist die Nachbarschaftshilfe im Gebäude des alten Pfarrhofs, die sich um die Alten und Kranken der Umgebung kümmert und Ansprechpartner für viele Probleme des Alltags ist. „Das zeigt, dass Kirche nicht nur stilles Beten ist“, sagt Kaninke-Schiel. „Ich finde es schön, diese Dinge ein bisschen nach außen zu tragen.“

Die Werbetrommel gerührt

Jeden Tag wird auf Vatican News eine Pfarrei präsentiert. Gewinner ist, wer die meisten Likes bekommt – und momentan liegt St. Sixtus an der Spitze. Zugegeben, sagt Kaninke-Schiel, die Facebook-Seite des Vatikans „ist jetzt nicht so mega gut besucht“. Aber dass das ländliche Moorenweis bis dato mehr Unterstützer mobilisieren konnte als etwa Kirchengemeinden in der Großstadt Hamburg, das hat die 36-Jährige schon überrascht. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viele Stimmen bekommen.“

Sie hat aber auch einiges dafür getan, indem sie in den örtlichen Vereinen und Gruppierungen ordentlich die Werbetrommel für die Aktion gerührt hat. Auch ans Bistum Augsburg hat Kaninke-Schiel eine Mail geschickt. „Gerade die haben noch nicht geantwortet.“ Allerdings machen auch Augsburger Pfarreien mit, so dass sich das Bistum wohl neutral verhalten wolle, vermutet die Kirchenpflegerin.

Es könnte eng werden

Noch darf man in Moorenweis nicht zu siegessicher sein. Die bisher zweitplatzierte Pfarrei hat nur um die 60 Likes weniger. „Das Ganze ist noch nicht in trockenen Tüchern.“ Bis Ostern kann man noch abstimmen. Kaninke-Schiel hofft, dass bis dahin noch reichlich Likes dazukommen. „Man muss nur auf ‘Gefällt mir’ klicken, mehr ist nicht nötig.“ Der Beitrag über die Gewinner-Pfarrei wird Papst Franziskus persönlich vorgelegt. Und was passiert dann? „Vorbeikommen wird er nicht“, sagt Kaninke-Schiel und lacht. „Aber vielleicht macht er einen kleinen Facebook-Post. Das wäre schön.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Diese Weihnachtsgeschichte hat kein Happy End: „Mir wird das Herz aus dem Leib gerissen“
Manfred Piringer, 55, aus Olching hat sich ins Weihnachtsfest verliebt. Jedes Jahr beleuchtet er sein Haus und denkt sich ein Musical mit Schneemann und Christkind aus. …
Diese Weihnachtsgeschichte hat kein Happy End: „Mir wird das Herz aus dem Leib gerissen“
Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das Versteck der Munitionszüge
Das Gleis war nur einen Kilometer lang. Doch für Geltendorf hätte es direkt in die Katastrophe führen können.
Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das Versteck der Munitionszüge
Maisach mahnt gerechtere Verteilung der Flüchtlinge an
 Die Gemeinde sagt Stopp: In Maisach werden keine weiteren Flüchtlinge untergebracht, die Zahl der Plätze wird durch Auflösung einer Unterkunft sogar reduziert.
Maisach mahnt gerechtere Verteilung der Flüchtlinge an
Sie wollen mitreden und die Stadt gestalten
Der neue Teilhabebeirat hat seine Arbeit aufgenommen und einen Vorsitzenden gewählt. Ziele und Vorgehen müssen aber noch feinjustiert werden.
Sie wollen mitreden und die Stadt gestalten

Kommentare