Im Mai 2016, als die neue Vorstandschaft gewählt worden war, war noch alles in Ordnung: (v.l.) Wolfgang Vogt (damals nur Kassier), Monika Vogt (2. Kassier), Josef Hofmuth (Kassenprüfer), Markus Scherer (damals noch Vorsitzender), Irmi Sigl (Schriftführerin) und Jürgen Koller (damals noch Vize-Vorsitzender). Foto: tb

Streit zwischen Hauptverein und Fussballern

Rücktrittswelle beim TSV Moorenweis

Moorenweis – Was ist los beim TSV Moorenweis? Nachdem im Juli die Spitze der Abteilung Fußball vakant geworden war, hat zwischenzeitlich auch Vereins-Chef Markus Scherer sein Amt abgegeben. Nun herrscht Unfrieden.

Der langjährige Schatzmeister Wolfgang Vogt führt sowohl den Gesamtverein als auch die Fußballer derzeit kommissarisch. Neuwahlen soll es im März nächsten Jahres geben.

Es hat offenbar gekracht zwischen den Fußballern und dem Hauptverein. Vogt spricht von Unregelmäßigkeiten in der Abteilung, die man intern zu klären versucht habe. „Leider war dies nicht möglich.“ Die Vorgehensweise der Fußballer in dieser Angelegenheit sei vom TSV-Vorstand „in keinster Weise zu tolerieren“ gewesen.

Der TSV-Ausschuss, in dem der Vorstand und die Abteilungsleiter vertreten sind, hat deshalb Konsequenzen gezogen. Der ehemaligen Leitung der Fußballabteilung wurde untersagt, je wieder ein Amt im TSV zu bekleiden.

Vogt ist im Moment damit beschäftigt, die Wogen zu glätten. Dabei hätte ihm Richard Klopfer als kommissarischer Vize-Vorsitzender zur Seite stehen sollen, doch der winkte ab. „Ich war zunächst einverstanden, habe das Amt aber gleich wieder abgegeben“, sagt Klopfer auf Tagblatt-Nachfrage. Es habe eine Entwicklung gegeben, die er nicht mittragen könne. Mehr will er dazu aber nicht sagen. Klopfer stand viele Jahre an der Spitze des TSV. Ein Nachfolger fand sich erst nach langer Suche in Markus Scherer, der 2014 das Amt übernahm.

Dass Scherer nun schon wieder zurückgetreten ist, hat sowohl berufliche als auch private Gründe. Der 58-Jährige ist als Industriekaufmann bei einer Maisacher Firma stark eingespannt, und das Ehrenamt war arbeitsaufwändiger als gedacht. Zudem ist er seit drei Monaten Großvater von Zwillingen. „Die beiden sind mir extrem wichtig“, sagt Scherer.

Die Arbeit beim TSV habe ihm Spaß gemacht, und menschlich habe er dem Verein viel zu verdanken. Doch ohne das Amt „lebt es sich doch ein bisschen einfacher“.

Voraussichtlich am 30. März 2017 soll im Rahmen der Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt werden. Auch für die Fußball-Abteilung wird eine neue Leitung gesucht. Kandidaten sind allerdings bisher nicht in Sicht.

Vogt, der bereits im Vorruhestand ist, wäre theoretisch bereit, den Vereinsvorsitz zu übernehmen. „Aber dann habe ich keinen Schatzmeister“, sagt er. „Und was ist wichtiger?“

Scherer wiederum ist überzeugt, dass der 59-Jährige der richtige Vorsitzende wäre. Vogts Frau Monika teilte sich bisher das Kassenamt mit ihrem Mann, derzeit führt sie es allein. Finanziell stehe der TSV hervorragend da, betont Vogt. Der Spielbetrieb läuft, der Verein funktioniere. „Jetzt wollen wir nur noch, dass Frieden einkehrt.“(os)

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