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Schüler stellen zusammen mit Polizisten Temposünder zur Rede

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Von: Ulrike Osman

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Kinder mit Polizisten.
Kinder mit Polizisten. © os

Wer geblitzt wird, zahlt ein Verwarnungsgeld und ärgert sich. Doch ob sich das Fahrverhalten dauerhaft ändert, ist die Frage. In Moorenweis hat die Polizei deshalb etwas Neues ausprobiert.

Moorenweis – Sie zog gemeinsam mit Kindern Temposünder aus dem Verkehr.

Vor der Grundschule gilt Tempo 30, doch viele Autofahrer halten sich nicht daran. Vertreter von Gemeinde, Schule und Elternbeirat drängten daher auf häufigere Tempomessungen. Die Blitzeraktion der Polizei mit Schülern der vierten Klassen fand kurz vor den Sommerferien statt. Verstöße wurden per Laserpistole ermittelt und die Fahrer herausgewunken. Die Kinder hielten sich zunächst hinter parkenden Autos versteckt.

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„Die angehaltenen Fahrer haben wir gefragt, ob sie mit den Kindern reden wollen“, berichtet der für die Aktion zuständige Hauptkommissar Oliver Erhardt von der Brucker Polizei. Manche winkten ab – es war ihnen einfach zu peinlich. Die meisten jedoch willigten ein und zeigten sich sehr kleinlaut, wenn von den Kindern die Frage kam, warum man trotz der gut beschilderten Schule zu sehr aufs Gas gedrückt hatte.

In Gedanken

„Meistens antworteten die Fahrer, sie seien in Gedanken gewesen und hätten nicht gemerkt, wie schnell sie waren“, berichtet Erhardt. Elf Temposünder gingen der Polizei in gut zwei Stunden ins Netz. Bei zehn blieb es bei 30 Euro Verwarnungsgeld. Eine Person war auf der Tempo-30-Straße mit 51 Stundenkilometern unterwegs – machte samt Gebühren 98,50 Euro plus einer Anzeige.

Für die Fürstenfeldbrucker Polizei war die Aktion eine Premiere. Hauptkommissar Oliver Erhardt wertet sie als Erfolg, vor allem weil er hofft, dass sie eine nachhaltige Wirkung hat. „30 Euro hat man schnell vergessen“, sagt er. Die Scham jedoch, sich vor den Schülern erklären zu müssen, habe sich hoffentlich „eingebrannt in die Köpfe“.

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