50-Jahr-Feier

Seit einem halben Jahrhundert hoch zu Ross

Ein halbes Jahrhundert gibt es den Ländlichen Reit- und Fahrverein Moorenweis (LRFM) in diesem Jahr. Zur Feier des 50. Gründungsjubiläums veranstalten die Pferdefreunde nicht nur ihren traditionellen Wanderritt, sondern haben sich ein Programm ausgedacht, das ihnen im besten Fall Nachwuchs bescheren soll.

Moorenweis Nicht etwa, dass der Verein über Mitgliedermangel zu klagen hätte. Rund 65 Freizeitreiter gehören dem LRFM an. Viele nutzen regelmäßig die Pferdesportanlage an der Albertshofener Straße. Dort stehen Springplatz und Dressurviereck zur Verfügung, beides von den Vereinsaktiven angelegt. Dank technisch bewanderter Mitglieder konnte sogar eine Beregnungsanlage für den Sandplatz selbst gebaut werden. Auch der Reitstadel mit später eingebautem Reiterstüberl entstand in Eigenregie. Nur der lang gehegte Traum von einer eigenen Halle scheiterte an behördlichen Auflagen. Auch über ein eigenes Stallgebäude verfügt der LRFV nicht. Dafür werden aber im Frühjahr und Herbst auf der Reitanlage regelmäßig Kurse angeboten. In der restlichen Zeit können die Mitglieder mit eigenen Reitlehrern die Plätze nutzen.

Dass der Verein über optimale Trainingsmöglichkeiten verfügt, war lange Zeit nicht selbstverständlich. Denn ein passendes Grundstück für die Reitanlage zu bekommen, erwies sich seinerzeit als Herausforderung. Nach jahrelanger Suche fand sich 1983 die gut 20 000 Quadratmeter große Fläche im Norden der Ortschaft, die der Verein pachtete und mit einigem Aufwand kultivierte. Mit 2000 Kubikmeter Kies – den Restbeständen der damaligen Moorenweiser Kiesgrube– wurde das sumpfige Grundstück trockengelegt. Einen Eindruck davon, wie das Gelände zuvor aussah, vermittelt das immer noch bestehende Biotop zwischen den Reitplätzen und dem nahegelegenen Bach. „Dort sieht man auch, wieso Moorenweis Moor-enweis heißt“, betont Vereinschef Hans Sigl.

Wer viel trainiert, will sein Können auch bei Wettkämpfen zeigen. Seit 2014 veranstaltet der Verein jedes Frühjahr auf dem Stutenmilchgestüt Schwarz in Albertshofen ein Turnier, bei dem Spring- und Dressurprüfungen in allen Klassen ausgeschrieben werden. Der Wettkampf steht auch Nicht-Vereinsmitgliedern offen und hat sich mit bis zu 600 Startern zum Groß-Ereignis entwickelt.

Am Sonntag, 9. September, wird der runde Vereins-Geburtstag offiziell gefeiert. Haupt-Event an diesem Tag ist der alljährliche Wanderritt, der seit 1978 regelmäßig veranstaltet wird. Die 25 Kilometer lange Strecke führt durch Felder und Wälder rund um Moorenweis, Brandenberg und Geltendorf. Geeignete Wege für die Reiter zu finden, wird allerdings von Jahr zu Jahr schwieriger. „Es wird ja alles abgeschoben und aufgekiest, sogar im Staatsforst, wo man früher wunderbar reiten konnte“, bedauert Hans Sigl. Weiche Graswege, die sich auch für unbeschlagene Pferde eignen, sind zunehmend Mangelware.

Jubiläumsprogrammnach Wanderritt

Im Anschluss an den Wanderritt wird ab 12 Uhr auf der LRFV-Anlage gefeiert – mit Ponyreiten, Kutschfahrten, einer Tombola, Kinder- und sogar Ponyschminken. Außerdem hat sich die Vorstandschaft eine besondere Spende einfallen lassen: Der Moorenweiser Kindergarten bekommt aus Anlass des Jubiläums zwei Holzpferde samt Info- und Spielekoffern geschenkt. „Kleine Kinder sind ja ganz verrückt nach Pferden“, sagt Hans Sigl. Und ein paar von ihnen werden später sicher vom Holzpferd aufs echte Pferd umsteigen. (os)

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