Bürgerversammlung

Unterschriften gesammelt: Widerstand gegen Umfahrungsvarianten

Die Pläne für eine Umgehungsstraße westlich von Moorenweis lösen in Eismerszell Besorgnis aus. Zwei der drei infrage kommenden Streckenführungen würden den Verkehr stark in Richtung des Ortsteils verlagern.

Eismerszell– Bei der Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus übergab Max Albrecht an Bürgermeister Joseph Schäffler eine Unterschriftenliste, auf der sich 102 Eismerszeller gegen diese beiden Varianten aussprechen. Albrecht und sein Mitstreiter Gerhard Kohlbeck hatten sich bereits schriftlich an die Gemeinde und andere involvierte Behörden gewandt.

Ihr Vorwurf: Die als B und C bekannten Varianten würden bis auf 50 Meter an das Ortsschild Eismerszell und auf 100 Meter an das erste Wohnhaus heranreichen. Sie würden das artenreiche Maisachtal und wertvolle Feuchtwiesen durchschneiden, die Lebensraum für selten gewordene Vogelarten wie Kiebitz, Feldlerche und Eisvogel sind.

Die Gegner befürchten außerdem, dass durch die Streckenführung in einer Senke Lärm und Abgase nach Westen Richtung Eismerszell gedrückt werden. Sie weisen auf die problematische Kreuzungssituation zwischen der Umfahrung und der Ortsverbindungsstraße nach Moorenweis hin – und auf die bautechnischen Schwierigkeiten, eine Kreisstraße auf moorigem Untergrund zu bauen.

Die weiter östlich verlaufende Variante A wäre aus Sicht vieler Eismerszeller die bessere Lösung. „Sie verschlingt wesentlich weniger Landfläche, übernimmt auf dem größten Teil der Strecke den Verlauf eines bereits bestehenden Feldweges und ist zudem auch noch kostengünstiger als die Varianten B und C“, heißt es im Schreiben der Bürger.

Bei der Bürgerversammlung legten Albrecht und Kohlbeck nach. Sie kritisierten, dass der Gemeinderat die drei Varianten „im stillen Kämmerlein“ entwickelt habe und die Bürger weder eingebunden noch ausreichend informiert worden seien. Was die Eismerszeller besonders beunruhigt: B und C sollen die bevorzugten Varianten von Schäffler sein. Kohlbeck hatte auch eine Vermutung, warum. „B und C gehen über Kirchengrund, und der würde wohl leichter hergehen als landwirtschaftlicher Grund.“

Schäffler bestritt, eine der Varianten zu favorisieren. Man befinde sich ganz am Anfang eines langen Entscheidungsprozesses. Derzeit würden alle drei Optionen geprüft, „und wir wissen noch nicht, was dabei herauskommt“. Im Herbst soll eine Machbarkeitsstudie mit entsprechender Ergebnisempfehlung vorliegen. Er werde sich dann gerne noch einmal mit den Bürgern zusammensetzen, versprach Schäffler.

Die Varianten A bis C waren im Oktober im Kreistag vorgestellt worden. Zuvor war aus einer Machbarkeitsstudie die Variante 0 hervorgegangen. Ziel von A bis C sollte sein, den Flächenverbrauch zu verringern und die Zerschneidung von landwirtschaftlichen Grundstücken und eventuellen Tauschflächen zu minimieren.

Für Kritik in der Bürgerversammlung sorgten auch die neuen Busverbindungen, die den Ort belasten und kaum genutzt würden. „Es steigt nie jemand ein außer Schulkinder“, sagte eine Frau, die neben einer Haltestelle wohnt. Angesichts der schlechten Auslastung sei eine Testphase von zwei Jahren „eine Zumutung“, beklagte ein Bürger. Weiterer Kritikpunkt: Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge kämen auf engen Straßen schlecht aneinander vorbei, Unfälle seien vorprogrammiert. Vize-Bürgermeister Rudi Keckeis erwiderte, eine ausreichend lange Testphase sei nötig, um die Linien zu optimieren. Jahrelang habe sich der westliche Landkreis zu Recht über seinen lückenhaften ÖPNV beschwert. „Wir sind uns doch hoffentlich einig, dass auch wir ein einigermaßen funktionierendes Busnetz brauchen.“ (Ulrike Osman)

Das war der erste Beitrag zum Thema.

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