Mögliches neues Baugebiet im Süden

Wohnraum für 350 weitere Bürger: Moorenweis könnte massiv wachsen

Wie viel Wohnbauland wird in Moorenweis in den nächsten 15 Jahren gebraucht? Um das herauszufinden, wird die Gemeinde demnächst an alle Bürger einen Fragebogen schicken.

MoorenweisHintergrund der Befragung ist die mögliche Ausweisung eines neuen Baugebiets am südlichen Rand der Ortschaft. Deshalb will die Gemeinde unter anderem von den Moorenweisern wissen, ob denn Interesse an Einheimischen-Bauplätzen besteht.

Die potenziellen Dimensionen des Gebiets sind offenbar beträchtlich. Wolfgang Vogt (CSU) sprach im Gemeinderat von einer „Riesenfläche“, die – wenn sie komplett bebaut ist – ein achtprozentiges Wachstum für Moorenweis bedeuten würde. Es könnte Wohnraum für rund 350 Menschen entstehen. „Das ist so groß wie Steinbach. So etwas können wir nicht innerhalb von fünf Jahren hinstellen.“

Gemeinderäte sollen zuerst auf den gleichen Stand gebracht werden

Bisher war das Vorhaben nur nichtöffentlich im Bauausschuss beraten worden. Es müsse jedoch auch im Gemeinderat diskutiert werden, forderte Wolfgang Vogt. „Der Bauausschuss macht gute Arbeit, aber der Gemeinderat soll das große Ganze vorgeben.“

Statt das Thema lediglich zur Diskussion zu stellen, wollten Bürgermeister Joseph Schäffler (CSU) und sein Stellvertreter Rudi Keckeis (Bürgervereinigung) noch einen Schritt weitergehen und reihum von jedem Gemeinderat seine Meinung hören. Keckeis erinnerte daran, dass dieses Vorgehen bereits unter Schäfflers Vorgänger Heinz Sasse üblich war, wenn es um große Entscheidungen ging. „Und das war gut“, so Keckeis. Im vorliegenden Fall könne das Baugebiet nur weiterverfolgt werden, wenn eine breite Basis des Gemeinderats dahinterstehe.

Zur Meinungsabfrage kam es dann aber nicht. Ottmar Müller (CSU) regte an, zunächst alle Gremiumsmitglieder auf den gleichen Informationsstand zu bringen. „Manche haben ja den Plan noch gar nicht gesehen.“ Der Bauausschuss solle deshalb die übrigen Gemeinderäte zu einer nichtöffentlichen Sitzung einladen und dort das Vorhaben detailliert vorstellen.

Bis zum 15. Oktober können die Moorenweiser die Fragebögen ausfüllen

Wichtig sei auch die Einschätzung des Landkreises, ergänzte Fraktionskollege Christoph Gasteiger – und die sei ebenfalls noch nicht allen bekannt. Die Kreisbaumeisterin hatte der Gemeinde offenbar mitgeteilt, dass eine Änderung des Flächennutzungsplans nur genehmigt wird, wenn entsprechender Baulandbedarf nachgewiesen werden kann. Deshalb beschloss der Gemeinderat einstimmig die Bedarfsermittlung per Fragebogen.

Darin werden unter anderem der Bedarf an Bauplätzen, Nutzungswünsche und der Zeitraum abgefragt, in dem ein Bauvorhaben realisiert werden soll. Bis zum 15. Oktober haben die Bürger Zeit, die ausgefüllten Bögen zurückzuschicken. Die Teilnahme ist freiwillig und verpflichtet zu nichts.

von Ulrike Osman

Rubriklistenbild: © dpa / Hauke-Christian Dittrich

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